Die Aktie von Kontron hatte bereits in der vergangenen Woche einen rätselhaften Einbruch erlebt. Nun hat der österreichische Technologiekonzern am Donnerstag die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Und die Aktie verlor erneut: -14,18 % (Xetra) an nur einem Tag. Das Jahresergebnis selbst zeigt eine gespaltene Entwicklung: Während die Profitabilität deutlich zulegte, blieben Umsatz und Ausblick hinter den Erwartungen der Analysten zurück.
Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um knapp fünf Prozent auf 1.607,3 Millionen Euro zurück. Ursache waren vor allem strategische Portfolio-Anpassungen, darunter die Entkonsolidierung des COM-Geschäfts und die Schließung einzelner Standorte. Gleichzeitig verbesserte sich das bereinigte EBITDA um 15 Prozent auf 220,5 Millionen Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern sprang sogar um 55,6 Prozent auf 141,1 Millionen Euro.
Rekord-Cashflow und strategische Neuausrichtung
Besonders bemerkenswert entwickelte sich der operative Cashflow, der um 69,4 Prozent auf ein Rekordniveau von 167,7 Millionen Euro kletterte. Das Working Capital konnte von 350,6 Millionen Euro auf 287,4 Millionen Euro reduziert werden. Die Nettoverschuldung sank auf 147,1 Millionen Euro, während sich die Eigenkapitalquote von 35,8 auf 41,8 Prozent verbesserte.
Das Segment Software und Solutions erwies sich als Wachstumstreiber. Der Umsatz stieg hier auf 590,7 Millionen Euro, das EBITDA erreichte 103,3 Millionen Euro. Besonders die Bereiche Defense und Transportation zeigten sich dynamisch und profitierten von steigenden Investitionen in Infrastruktur und Sicherheit. Der Auftragsbestand in diesem Segment kletterte auf 873 Millionen Euro bei einer Book-to-Bill-Ratio von 1,47.
Belastend wirkte hingegen das Umwelttechnologiegeschäft, insbesondere im Solarbereich. Der Umsatz ging von 193 Millionen Euro auf 151 Millionen Euro zurück und führte zu einem negativen EBIT-Beitrag von rund acht Millionen Euro. Kontron reagiert mit einer konsequenten Restrukturierung, die den Abbau von etwa 500 Stellen konzernweit vorsieht und Restrukturierungsaufwendungen von rund 25 Millionen Euro nach sich ziehen dürfte.
Kontron AG Aktie Chart
Ausblick enttäuscht die Erwartungen
Für das laufende Jahr 2026 erwartet Kontron einen Umsatz zwischen 1,75 und 1,8 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 225 Millionen Euro vor Restrukturierungskosten. Diese Prognose liegt deutlich unter den Erwartungen der von Bloomberg befragten Analysten. CEO Hannes Niederhauser betonte zwar die Chancen in den Bereichen Defense, Transportation und Cybersecurity, doch die Börse reagierte enttäuscht.
Die Mittelfristguidance bis 2030 sieht einen Umsatzanstieg auf 2,6 Milliarden Euro bei einem EBITDA von 420 Millionen Euro vor. Um den Aktienkurs zu stützen, kündigte das Unternehmen ein Rückkaufprogramm über 50 Millionen Euro an, mit dem bis zu 2,9 Millionen Aktien erworben werden sollen.
Der unerwartete Kurseinbruch in der Vorwoche wirft weiterhin Fragen auf. Dass die nun vorgelegten Zahlen tatsächlich hinter den Erwartungen zurückbleiben, führt naturgemäß zu Spekulationen aller Art. Vorbörslich notiert die Aktie am Freitag bei 18,20 Euro und zeigt sich dabei leicht erholt (+1,96 %). Inwieweit das Rückkaufprogramm aber mittelfristig stabilisierend wirken kann, bleibt noch abzuwarten.
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