Bei Kontron klaffen Licht und Schatten aktuell weit auseinander. Rüstung und Verkehrstechnik wachsen rasant. Die grüne Technologiesparte kostet hingegen Geld und Nerven. Das Management treibt den Umbau nun in eine entscheidende Phase.
Im Segment GreenTec streicht der Konzern 500 Stellen. Bis zum Spätsommer soll der Abbau abgeschlossen sein. Das Ziel: jährliche Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe. Dafür fallen zunächst geschätzte 25 Millionen Euro an Einmalkosten an.
Diese Belastungen zeigen sich im operativen Geschäft. Der operative Cashflow rutschte im ersten Quartal auf minus 9,1 Millionen Euro ab. Ein Jahr zuvor stand hier noch ein leichtes Plus. Lieferkettenprobleme zwangen Kontron zum temporären Aufbau von Lagerbeständen.
Hinzu kommen nicht ausgelieferte Kundenbestellungen. Waren im Wert von knapp 33 Millionen Euro hängen fest. Kontron will diesen Rückstau bis zum Jahresende auflösen.
Rüstung und Verkehr als Zugpferde
Während GreenTec bremst, liefern andere Bereiche starke Raten. Die Sparten Aerospace und Defense sowie Transportation legten im ersten Quartal um jeweils über 25 Prozent zu. Steigende Militärausgaben und moderne Verkehrsinfrastruktur sorgen für kräftigen Rückenwind.
Entlastung für die Kasse naht im dritten Quartal. Kontron erwartet einen Zufluss von 126 Millionen Euro aus dem Verkauf einer Geschäftssparte. Dieses Geld soll die Bilanz stärken. Zusammen mit dem Ende der Restrukturierung plant das Management die Rückkehr in die Gewinnzone für die defizitären Einheiten.
Prognose verfehlt Erwartungen
Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Vorstand ein bereinigtes operatives Ergebnis von 225 Millionen Euro an. Analysten hatten im Vorfeld mit deutlich mehr gerechnet. Der Konsens lag bei bis zu 246 Millionen Euro.
Große Zukäufe schließt das Management vorerst aus. Die unsichere Wirtschaftslage zwingt zur Vorsicht. Stattdessen liegt der Fokus auf organischem Wachstum.
An der Börse honorieren Anleger die jüngsten Schritte. Die Kontron-Aktie schloss am Freitag bei 22,90 Euro. Auf Monatssicht steht damit ein Plus von gut elf Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs hat die 50-Tage-Linie deutlich hinter sich gelassen und nimmt nun den langfristigen Abwärtstrend ins Visier.
Die mittelfristigen Ziele bis 2030 bleiben ambitioniert. Kontron strebt bis dahin einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro an. Die entscheidende Weichenstellung erfolgt im dritten Quartal. Dann müssen der erwartete Mittelzufluss und das Ende des Stellenabbaus die Margen sichtbar stabilisieren.
Kontron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Kontron-Analyse vom 16. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Kontron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Kontron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
