Philips bringt sein Koronar-Bildgebungssystem HyperVue in einer stationären Variante auf den US-Markt. Das Unternehmen kündigte heute die kommerzielle Verfügbarkeit des HyperVue Integrated System an. Der Schritt zielt auf den Klinikalltag in stark ausgelasteten Katheterlaboren.
Was sich ändert
Bisher musste das HyperVue Imaging System für jeden Eingriff in den Behandlungsraum gebracht, angeschlossen und hochgefahren werden. Die neue Konfiguration bleibt dagegen dauerhaft im Interventionsraum installiert. Das soll Rüstzeiten verkürzen und die Technik jederzeit abrufbar machen.
Das System verbindet DeepOCT+NIRS-Bildgebung mit der Physiologie-Messung X1-FFR auf einer Plattform. Ein am Tisch montierter Touchscreen erlaubt die Bedienung direkt im sterilen Bereich. Hinzu kommen überarbeitete Controller-Funktionen, die Aufbau und Handhabung vereinfachen sollen.
X1-FFR ist von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen und nutzt eine einzige Angiographie-Ansicht, um einen FFR-Wert zu berechnen. Nach Unternehmensangaben ist es die einzige zugelassene Lösung dieser Art mit nur einer Ansicht; andere Verfahren brauchen zwei oder drei. Auch das integrierte System selbst hat die FDA-Freigabe nach dem 510(k)-Verfahren erhalten.
Auftritt auf dem TCT-Kongress
Vom 31. Oktober bis 3. November zeigt Philips die Lösung auf dem TCT 2026 in San Diego. Dort präsentiert der Konzern zudem IntraSight Plus, seine Plattform für die interventionelle Führung. Sie bündelt IVUS, iFR/FFR-Physiologie, Co-Registrierung und Echtzeit-Visualisierung von Instrumenten.
Aus der Praxis kommt Zuspruch: Richard Shlofmitz, Chefkardiologe am St. Francis Hospital & Heart Center, betont, Bildgebung müsse im hektischen Katheterlabor sofort verfügbar und einfach zu bedienen sein. Seine Klinik will die Zusammenarbeit mit Philips fortsetzen.
Für Philips ergänzt das System das Portfolio für die Koronarintervention, zu dem bereits IVUS- und Physiologie-Lösungen zählen. Der Konzern erzielte 2025 rund 18 Milliarden Euro Umsatz. Die Aktie schloss zuletzt bei 24,24 Euro, ein kleines Minus von 0,16 Prozent.
Kursrelevant dürfte die Markteinführung eher über die Zeit werden, etwa wenn erste Installationen in US-Kliniken folgen. Den ersten Praxistest auf offener Bühne liefert der TCT ab morgen.
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