Kongsberg treibt seine Expansion in den USA an mehreren Stellen voran. Der norwegische Rüstungskonzern wartet auf die Freigabe für Zone 5 und testet parallel Drohnenabwehrtechnik an der Nato-Ostflanke. Dahinter steckt ein klarer Trend: Armeen wollen mehr günstige Munition und bewegliche Abwehr gegen Drohnen.
Zone 5 soll Portfolio verbreitern
Kongsberg Defence & Aerospace hat eine Vereinbarung zum Kauf von 90 Prozent an Zone 5 Technologies unterzeichnet. Der kalifornische Spezialist entwickelt günstige Langstrecken- und Anti-Drohnen-Raketen, die sich in größerer Stückzahl bauen lassen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
Der Abschluss hängt an regulatorischen Freigaben und üblichen Vollzugsbedingungen. Kongsberg hofft in den kommenden Wochen auf eine Rückmeldung der US-Regierung. Das bestehende Management soll beteiligt bleiben und das Geschäft weiter führen.
CEO Eirik Lie sieht Zone 5 als passenden Baustein für den Ausbau des Lenkwaffenportfolios und der umfassenden Luftverteidigung. Wichtig ist auch der Standort. Kongsberg will seine Präsenz in den USA ausbauen, während westliche Armeen bezahlbare Präzisionswaffen suchen.
Zone 5 ist bereits in US-Programmen positioniert, darunter ERAM der Air Force und FAMM. Das Unternehmen unterstützte auch Flugtests der Defense Innovation Unit für Drohnenabwehr. Für Kongsberg wäre das ein direkter Zugang zu Entwicklungsprogrammen mit politischem Rückenwind.
Zone 5 wurde 2011 gegründet und beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Für 2025 peilt das Unternehmen mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz an.
Drohnenabwehr im Praxistest
In Litauen prüft die US-Armee ein günstiges Abwehrsystem gegen Drohnen. SAIC entwickelte es mit Kongsberg Defence & Aerospace. Die Übung Project Flytrap läuft vom 27. April bis 31. Mai.
Das System heißt RAD und kombiniert Turm, Radar und KI-Komponenten. Die Technik hilft der Besatzung, feindliche Drohnen zu erkennen und zu bekämpfen. Montiert ist sie auf einem Joint Light Tactical Vehicle.
Das Ziel: Schutz für Einheiten, die sich bewegen. Damit unterscheidet sich RAD von stationären Abwehrlösungen. Genau diese Mobilität gewinnt durch die Erfahrungen aus der Ukraine an Bedeutung.
Im ersten Quartal 2026 wuchs der Auftragsbestand um 17 Milliarden NOK auf 152 Milliarden NOK. Treiber waren vor allem Aufträge für Drohnenabwehr und Waffensysteme.
Ein wichtiger Auftrag kam aus Polen. Im Januar erhielt Kongsberg einen Vertrag über 16 Milliarden NOK für 18 Drohnenabwehr-Batterien. Der Konzern verweist auf steigendes Interesse durch Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten.
Neue Werke stützen die Strategie
Kongsberg baut auch die Produktion außerhalb Norwegens aus. In Virginia begann im Januar der Bau einer Raketenfabrik mit rund 100 Millionen Dollar Investitionssumme. Eine Anlage in Newcastle soll ab 2027 Naval Strike Missiles und Joint Strike Missiles fertigen.
Auch in Europa bleibt der Konzern eng eingebunden. Im EDF-Programm 2025 ist Kongsberg an sieben Projekten beteiligt. Die EU-Beiträge für diese Beteiligungen liegen bei rund 280 Millionen Euro.
Für die Aktie zählen nun zwei konkrete Punkte: die mögliche US-Freigabe für den Zone-5-Kauf in den kommenden Wochen und die Auswertung von Project Flytrap nach dem 31. Mai. Kommt beides voran, hätte Kongsberg mehr als volle Auftragsbücher. Der Konzern würde seine US-Strategie operativ untermauern.
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