Konecranes liefert mehr aus und steigert den Gewinn, enttäuscht Anleger aber beim Neugeschäft. Die heute veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal zeigen einen deutlichen Rückgang des Auftragseingangs. Zugleich profitierte das Ergebnis von einer einmaligen Zollrückerstattung. Die Aktie notiert heute mit -8,4% deutlich schwächer.
Aufträge bleiben hinter Erwartungen zurück
Im dritten Quartal 2026 sank der Auftragseingang um 12,0% auf 1.011,3 Millionen Euro. Damit blieb Konecranes rund 13% unter dem Vara-Konsens. Besonders im Bereich Port Solutions fehlten große Bestellungen.
Das lenkt den Blick auf die künftige Auslastung statt auf die starken aktuellen Auslieferungen. Neue Aufträge blieben hinter dem Umsatz zurück. Der Quartalsbericht zeichnet damit ein unterschiedliches Bild von der laufenden Geschäftsentwicklung und dem jüngsten Bestellverhalten.
Konecranes-Chef Marko Tulokas verwies im heutigen Ergebnisgespräch allerdings auf starke Nachfrage insbesondere bei Port Solutions. Auch die allgemeine industrielle Fertigung, die Stromerzeugung und der Bergbau zeigten sich nach seinen Angaben stark.
Den Zeitpunkt von Aufträgen im Hafengeschäft bezeichnete das Management als wechselhaft und schwer vorhersehbar. Der schwache Quartalswert allein belegt daher noch keinen dauerhaften Nachfrageeinbruch.
Ergebnis profitiert von Zollrückerstattung
Der Umsatz stieg im dritten Quartal 2026 um 11,4% auf 1.101,5 Millionen Euro. Das vergleichbare EBITA erreichte 172,2 Millionen Euro.
Die starken Auslieferungen schlugen sich damit in höheren Erlösen und einem gestiegenen operativen Ergebnis nieder. Für die Bewertung der Ergebnisqualität ist jedoch der Beitrag eines Sondereffekts entscheidend.
Eine US-Zollrückerstattung steuerte rund 8 Millionen Euro bei. Einschließlich dieses Effekts übertraf das vergleichbare EBITA den Konsens um 4%. Ohne die Erstattung hätte es die Erwartungen um 1% verfehlt.
Der ausgewiesene Ergebnisvorsprung liefert somit nur eingeschränkt ein Gegengewicht zur Auftragsschwäche. Zudem hielt die Profitabilität nicht mit dem Umsatzwachstum Schritt.
Die vergleichbare EBITA-Marge sank auf 15,6%, nach 16,7% im Vorjahresquartal. Der freie Cashflow blieb rund 15% unter den Markterwartungen. Auch beim Mittelzufluss gelang damit keine positive Überraschung.
Auftragsbestand stützt unveränderte Prognose
Trotz des schwächeren Neugeschäfts hält Konecranes an seinem Jahresausblick fest. Das Unternehmen erwartet den Umsatz 2026 etwa auf Vorjahresniveau oder darüber. Die vergleichbare EBITA-Marge soll ungefähr das Vorjahresniveau erreichen.
Eine Stütze bleibt der vorhandene Auftragsbestand: Ende September lag er bei 3.302,3 Millionen Euro und damit 8,0% über dem Vorjahreswert.
Das Management erwartet die industrielle Nachfrage weiterhin auf einem gesunden Niveau. Gleichzeitig bezeichnet es die geopolitische und handelspolitische Unsicherheit als hoch. Für Anleger steht deshalb die Entwicklung neuer Bestellungen im Mittelpunkt: Der Auftragsbestand bietet Rückhalt, während der jüngste Auftragseingang und der Sondereffekt beim Ergebnis die Aussagekraft des Gewinnanstiegs begrenzen.
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