Die Optionsmärkte hatten sich auf ein Desaster eingestellt. Vor den Zahlen dominierten Put-Positionen das Geschehen bei Kohl’s im Verhältnis von vier zu eins, die implizite Volatilität kletterte auf über 70 Prozent. Die Rechnung ging nicht auf.
Kohl’s meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Nettogewinn von 151 Millionen Dollar, das Ergebnis je Aktie lag bei 1,28 Dollar. Der Umsatz sank zwar um 0,9 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, die Bruttomarge verbesserte sich aber um 305 Basispunkte. Für die Optionshändler, die auf einen Kurssturz unter die Marke von 16 Dollar gesetzt hatten, dürfte das eine unangenehme Überraschung gewesen sein.
Bilanz statt Wachstum als Trumpf
Der Umsatzrückgang setzt einen Trend fort, den Kohl’s seit Quartalen nicht durchbrechen kann. Auffällig ist allerdings die Entwicklung bei der Profitabilität: Das Unternehmen profitierte im Quartal von Zollrückerstattungen in Höhe von rund 150 Millionen Dollar, von denen etwa 100 Millionen Dollar direkt in die Bruttomarge einflossen.
Der Lagerbestand schrumpfte um 3 Prozent, die langfristigen Schulden reduzierten sich ebenfalls – Kohl’s hatte im laufenden Jahr Anleihen im Wert von 113 Millionen Dollar mit Abschlag zurückgekauft.
CEO Michael Bender sprach von einer verbesserten Entwicklung bei den vergleichbaren Umsätzen und betonte den Fortschritt beim Aufbau einer stabileren Bilanz. Diese Basis soll nun genutzt werden: Kohl’s kündigte an, sein Aktienrückkaufprogramm wieder aufzunehmen, und hob den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 an.
Personell baut das Unternehmen parallel seine Kundenstrategie um. Arianne Parisi, bislang Chief Digital Officer, übernimmt als neu geschaffene Chief Customer Officer künftig Marketing, Markenführung, Loyalty-Programme und den digitalen Handel in einer Hand. Marketingchefin Christie Raymond verlässt das Unternehmen im September nach neun Jahren.
Die massive Put-Positionierung vor den Zahlen zeigt, wie skeptisch der Markt Kohl’s zuletzt eingeschätzt hatte – bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 10 und einem fairen Wert, den Analysten unterhalb des damaligen Kursniveaus verorteten. Mit dem angehobenen Jahresausblick und der Rückkehr zu Aktienrückkäufen liefert das Management nun ein Gegenargument zur pessimistischen Markterwartung.
Kohl's-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Kohl's-Analyse vom 26. August liefert die Antwort:
Die neusten Kohl's-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Kohl's-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
