Knorr-Bremse Aktie: Auftragsbestand springt auf 7,9 Milliarden

Knorr-Bremse übertrifft Erwartungen, erhöht Jahresziele und meldet Rekordauftragsbestand. Analysten bleiben neutral, während der Kurs steigt.

Auf einen Blick:
  • Kursplus nach soliden Quartalszahlen
  • Rekordauftragsbestand von 7,9 Milliarden Euro
  • Prognose für 2026 angehoben
  • Verkauf der Merak-Sparte geplant

Die Aktie von Knorr-Bremse zeigt sich am heutigen Montag freundlich und verzeichnete zuletzt ein Kursplus von 2,63 % auf 105,30 €. Analyst Akash Gupta von der US-Bank JPMorgan bestätigte in einer aktuellen Studie seine Einstufung mit „Neutral“ und beließ das Kursziel bei 108 Euro. Er reagierte damit auf die jüngsten Kennziffern für das zweite Quartal, welche die Erwartungen am Markt moderat übertreffen konnten. Die langfristigen Ziele des Unternehmens stufte der Experte zudem als konservativ ein.

Rekordaufträge und angehobene Jahresprognose

In einem Umfeld stabiler Nachfrage konnte das Unternehmen seinen Umsatz im zweiten Quartal um 7,2 % auf 2,143 Milliarden Euro steigern. Dabei wurde eine operative Marge von 14,2 % erzielt. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung des Auftragsbuchs: Zum Stichtag am 30. Juni 2026 erreichte der Auftragsbestand einen neuen Rekordwert von 7,9 Milliarden Euro. Dies unterstreicht die starke Marktposition des Bremsenspezialisten in den Bereichen Schiene und Nutzfahrzeuge.

Auch bei der Profitabilität gibt es positive Impulse. Der freie Mittelzufluss, eine wichtige Kennzahl für die finanzielle Flexibilität, kletterte im ersten Halbjahr um 82,9 % auf nunmehr 294 Millionen Euro. Aufgrund dieser operativen Stärke hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Erwartet wird nun ein Umsatz in einer Spanne von 8,1 bis 8,3 Milliarden Euro bei einer operativen Marge zwischen 14,0 und 14,5 %.

Langfrist-Strategie und Fokus auf Automatisierung

Über das aktuelle Geschäftsjahr hinaus blickt das Unternehmen mit der Strategie „Growth Beyond“ auf das Ende des Jahrzehnts. Bis zum Jahr 2030 soll der Umsatz auf rund 10 Milliarden Euro steigen. Parallel dazu wird eine deutliche Steigerung der Rentabilität angestrebt, mit einer Zielmarge von etwa 16 % und einer Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von über 25 %.

Ein wesentlicher Baustein dieser Entwicklung ist die technologische Transformation. Medienberichten zufolge plant Knorr-Bremse ab 2027 die Einführung eines redundanten Bremssystems, das speziell für fahrerlose Lastkraftwagen konzipiert ist. Diese Innovation soll die Basis für künftiges Wachstum im Bereich der hochautomatisierten Transportsysteme legen.

Portfolio-Anpassung durch Spartenverkauf

Zur Schärfung des Unternehmensprofils setzt der Konzern zudem auf eine aktive Portfolio-Bereinigung. Wie das Fachmedium Railvolution berichtet, unterzeichnete Knorr-Bremse am 28. Juli eine Vereinbarung zum Verkauf der Merak-Sparte an OpenGate Capital. Das in Spanien ansässige Unternehmen ist auf Klimasysteme für Züge spezialisiert und beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter.

Die Sparte wird für das laufende Jahr mit einem erwarteten Umsatz von rund 360 Millionen Euro taxiert. Der Abschluss der Transaktion ist vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen für Ende 2026 geplant. Durch diesen Schritt kann sich der Konzern stärker auf seine Kernkompetenzen und margenstarke Geschäftsfelder konzentrieren. An der Börse wird diese Strategie positiv aufgenommen; der aktuelle Kurs notiert 2,42 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt.

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