Klöckner Aktie: Q2-Verlust von 268 Millionen Euro

Klöckner & Co meldet wegen Portfoliobereinigung einen Verlust von 268 Mio. Euro. Der Rückzug von der Börse rückt näher, das Übernahmeangebot läuft bis Mittwoch.

Auf einen Blick:
  • Umsatzplus von sechs Prozent
  • Wertberichtigung belastet Quartalsergebnis
  • Delisting-Angebot läuft bis Mittwoch
  • Aktie notiert über Angebotspreis

Klöckner & Co steht vor einer Zäsur. Während der Duisburger Stahlhändler am vergangenen Mittwoch einen massiven Quartalsverlust infolge von Portfoliobereinigungen meldete, läuft der Countdown für den Rückzug von der Frankfurter Wertpapierbörse. Die operativen Fortschritte in Europa werden dabei von hohen Sondereffekten überlagert.

Abschreibungen drücken Konzernergebnis tief ins Minus

In den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2026 spiegelt sich der laufende Umbau des Konzerns deutlich wider. Zwar konnte Klöckner & Co den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 1,7 Milliarden Euro steigern, doch unter dem Strich blieb ein Fehlbetrag von 268 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen in diesem Zeitraum noch ein leichtes Plus erzielt.

Diese Entwicklung unterstreicht den radikalen Kurswechsel, den der Konzern aktuell vollzieht. Mit der Trennung von Unternehmensteilen nimmt das Management kurzfristige bilanzielle Belastungen in Kauf, um die Struktur des Konzerns langfristig zu verschlanken und profitabler aufzustellen. Hauptverantwortlich für den aktuellen Einbruch ist eine Wertberichtigung in Höhe von 151 Millionen Euro im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung der Becker-Gruppe.

Das operative Ergebnis (EBITDA) vor Sondereffekten lag mit 63 Millionen Euro rund drei Prozent unter dem Vorjahreswert. Dennoch sieht das Management Fortschritte bei der Neuausrichtung: Das Segment Kloeckner Metals Europe verbesserte sein EBITDA auf 20 Millionen Euro, nachdem im zweiten Quartal des Vorjahres noch ein operativer Verlust verzeichnet worden war. Der Absatz in diesem Bereich stieg um 3,6 Prozent auf insgesamt 416.000 Tonnen.

Übernahmeangebot und bevorstehendes Delisting

Parallel zur operativen Entwicklung rückt das Ende der Börsennotierung näher. Der US-Konzern Worthington Steel, der nach dem erfolgreichen Abschluss seines Übernahmeangebots bereits rund 62 Prozent der Anteile hält, treibt den Rückzug voran. Das aktuelle Delisting-Erwerbsangebot, das den Aktionären 11,00 Euro je Aktie in bar bietet, läuft noch bis zum kommenden Mittwoch um Mitternacht.

Die rechtlichen Weichen für den Rückzug sind bereits gestellt. Mit dem Antrag auf Widerruf der Börsenzulassung am 29. Juli bereitet das Unternehmen den Übergang in eine neue Eigentümerstruktur unter dem Dach des US-Partners vor. Das Delisting soll Medienberichten zufolge unmittelbar nach Ablauf der Annahmefrist des Worthington-Angebots wirksam werden.

Interessant für Anleger bleibt die Kursentwicklung an den Handelsplätzen. Der Kurs liegt derzeit deutlich über dem Gebot des Großaktionärs; am Freitag schloss das Papier bei 12,36 Euro. Damit hat die Aktie seit Jahresbeginn eine Performance von 52,22 Prozent erzielt.

Ausblick und finanzielle Stabilität

Trotz der hohen Verluste durch die Wertberichtigungen hält Klöckner & Co an seinem operativen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein EBITDA vor Sondereffekten in einer Spanne von 170 bis 250 Millionen Euro. Dies verdeutlicht die Erwartung einer stabilen operativen Entwicklung im Kerngeschäft trotz der bilanziellen Bereinigungen.

Der operative Cashflow lag im zweiten Quartal bei 10 Millionen Euro, was einen Rückgang gegenüber den 75 Millionen Euro des Vorjahresquartals bedeutet. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten stiegen zum Quartalsende auf 1.108 Millionen Euro. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens wird derzeit mit 1,24 Milliarden Euro bewertet.

Für die verbleibenden freien Aktionäre stellt sich am kommenden Mittwoch die finale Frage nach der Annahme des Barangebots. Da der Börsenkurs das Angebot von Worthington Steel aktuell übertrifft, bietet der freie Markt für Verkaufswillige derzeit attraktivere Konditionen als das offizielle Erwerbsangebot, bevor der reguläre Handel in Frankfurt endet.

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