Die Ära von Klöckner & Co als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen steuert auf ihr Ende zu. Nachdem der US-Konzern Worthington Steel über eine Tochtergesellschaft rund 62 Prozent der Stimmrechte übernommen hat, folgt nun der nächste logische Schritt: das Delisting.
Die Lücke zwischen Angebot und Kurs
Worthington bereitet ein öffentliches Erwerbsangebot vor, um die restlichen Anteile vom Markt zu nehmen. Der Preis steht fest: 11,00 Euro je Aktie in bar. Auffällig ist hierbei die Reaktion des Marktes. Aktuell notiert das Papier bei 12,38 Euro und damit deutlich über der Offerte des neuen Mehrheitseigners.
Das Angebot ist an keine Mindestannahmeschwelle geknüpft. Sobald die Finanzaufsicht BaFin die Unterlagen gestattet hat, beginnt die offizielle Annahmefrist für die verbliebenen Aktionäre. Bis zum Abschluss dieses Verfahrens bleibt der Handel an der Börse zunächst bestehen.
Management hält an Bewertung fest
Vorstand und Aufsichtsrat stützten sich bei ihrer Einschätzung bereits auf eine im Januar unterzeichnete Vereinbarung. Damals stuften die Gremien den Preis von 11,00 Euro als angemessen und attraktiv ein. Diese Bewertung erfolgte jedoch vor der jüngsten Kursrallye des Titels.
Im bisherigen Jahresverlauf legte die Aktie um über 51 Prozent zu. Parallel dazu kletterte der Wert weit über seinen 200-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 9,06 Euro verläuft.
Indes zeigt sich Bewegung im Aktionärskreis. Die UBS Group hat ihren Stimmrechtsanteil zuletzt auf 3,39 Prozent aufgestockt. Marktbeobachter werten solche Verschiebungen kurz vor einem Delisting oft als Positionierung für die finale Phase der Übernahme.
Die detaillierte Stellungnahme der Klöckner-Führung zum Angebot steht noch aus. Diese wird unmittelbar nach der Veröffentlichung der durch die BaFin gestatteten Angebotsunterlage erwartet. Das Datum für den endgültigen Rückzug von der Börse hängt vom Verlauf der kommenden Annahmefrist ab.
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