Eigentlich sollte am 26. Juni die Entscheidung fallen. Doch der Stockholmer Patent- und Marktgerichtshof hat den Termin kurzerhand auf den 1. Juli verschoben. Der Grund: hohe Arbeitsbelastung, wie das Gericht mitteilte. Kein Grund zur Panik also, aber für Anleger bedeutet das eine kurze Zitterpartie mehr.
Die Verzögerung betrifft ein milliardenschweres Verfahren. Klarna-Tochter PriceRunner wirft Google vor, die Suchergebnisse manipuliert zu haben. Der Vorwurf: Google habe den eigenen Preisvergleichsdienst bevorzugt und Wettbewerbern geschadet. Das Gericht betonte ausdrücklich, dass die Verschiebung keine Rückschlüsse auf den Ausgang zulasse. Juristisches Kleingedrucktes? Wohl eher Absicherung nach beiden Seiten.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz der Prozess-Panne bekommt Klarna frische Unterstützung aus der Finanzbranche. Freedom Broker hat die Aktie mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 25 Dollar gestartet. Auch Freedom Capital Markets und Wells Fargo zeigen sich optimistisch. BMO Capital hält dagegen weiter an „Halten“ fest.
Die Zuversicht hat einen handfesten Grund: Klarna kommt der Profitabilität näher. Im ersten Quartal 2026 sank der Nettoverlust von 101 auf 5 Millionen Dollar. Der Umsatz legte kräftig zu: von 669 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 1,01 Milliarden Dollar.
Technische Lage und Marktumfeld
Der Aktienkurs von 16,70 Euro liegt gut 22 Prozent über der 50-Tage-Linie bei 13,72 Euro. Das spricht für einen soliden Aufwärtstrend. Der RSI von 65,6 deutet auf eine leichte Überhitzung hin, das 52-Wochen-Hoch von 38,78 Euro ist aber noch meilenweit entfernt.
Spannend ist auch der Zeitpunkt: Am 30. Juni öffnet Google seinen Play Store für alternative Bezahlsysteme – ein Ergebnis des Epic-Games-Verfahrens. Für Klarna als Zahlungsdienstleister könnte das neue Türen öffnen. Direkte Auswirkungen sind aber kaum absehbar.
Der 1. Juli wird zum Stichtag. Ein Sieg für PriceRunner könnte hohe Schadensersatzzahlungen bringen und Präzedenzfall-Charakter haben. Verliert Klarna, rückt die eigene Wachstumsstory wieder in den Fokus. Die Aktie notiert immer noch 59 Prozent über ihrem Tief von 10,50 Euro aus dem März. Der Erholungsprozess läuft – aber das Risiko bleibt.
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