Ein schwedisches Gericht hat Alphabet zu einer milliardenschweren Zahlung verurteilt. Der Fall betrifft Googles Marktmacht bei Preisvergleichsdiensten – und könnte weitreichende Folgen haben.
Fast zwei Milliarden Dollar Schadenersatz
Der zuständige Gerichtshof in Schweden sprach PriceRunner rund 1,97 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Schwedische Kronen) zu. Klarna hatte die Preisvergleichsplattform 2022 übernommen und damit auch den bereits laufenden Rechtsstreit geerbt. Ursprünglich forderte PriceRunner 2,4 Milliarden Dollar.
Der Vorwurf: Google habe seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt. Der Konzern habe die eigenen Preisvergleichsdienste in den Suchergebnissen bevorzugt – zulasten von Konkurrenten wie PriceRunner. Alphabet kündigte bereits an, das Urteil anzufechten.
Was für Klarna am Ende bleibt
Die Analysten von Bernstein haben durchgerechnet, was nach Abzug aller Kosten tatsächlich bei Klarna ankommt. Das Ergebnis: rund 450 Millionen Dollar netto.
Die Gründe liegen in der komplexen Verteilung:
* Ehemalige PriceRunner-Aktionäre erhalten schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Summe.
* Rund 20 Prozent gehen an die Prozessfinanzierer.
* Weitere 20 Prozent sind für Steuerverpflichtungen reserviert.
Trotz der Abschläge könnte der Nettobetrag fünf bis sechs Prozent von Klarnas Marktkapitalisierung ausmachen. Allerdings müssen Anleger Geduld mitbringen. Bernstein rechnet mit einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren, bis das Geld tatsächlich fließt – der Rechtsweg ist offen.
Rückenwind vom Europäischen Gerichtshof
Das Urteil fiel in eine Woche mit weiteren schlechten Nachrichten für Google. Der Europäische Gerichtshof wies am 2. Juli die letzte Berufung gegen eine Milliardenstrafe wegen Googles Android-Praktiken zurück. Die Strafe in Höhe von 4,1 Milliarden Euro ist nun endgültig.
Für Klarna ist der juristische Erfolg ein positives Signal in einem schwierigen Börsenjahr. Die Aktie notierte am Freitag bei 17,26 Euro – ein Tagesplus von 0,12 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von gut 18 Prozent, seit Jahresbeginn aber ein Minus von knapp 29 Prozent. Der RSI von 63,4 und ein Kurs fast 20 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt deuten auf eine technische Erholung hin.
Ob die Aktie die Marke von 17 Euro halten und die Februari-Hochs erreichen kann, wird maßgeblich davon abhängen, wie Google seinen nächsten juristischen Zug wählt.
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