KLA Corporation erlebt rasante Tage an der Börse. Der Kurs markiert ein frisches Allzeithoch. Analysten überbieten sich mit neuen Kurszielen. Genau in dieser Phase trennen sich der Konzernchef und sein Finanzvorstand von Aktien im Millionenwert. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Warnsignal. Die Hintergründe erzählen jedoch eine andere Geschichte.
Vorab geplante Millionenverkäufe
Am 11. Juni verkaufte CEO Richard Wallace Papiere für fast zehn Millionen US-Dollar. Finanzchef Bren Higgins stieß am selben Tag Aktien für knapp 2,8 Millionen US-Dollar ab. Das Timing fällt auf. Die Transaktion des Konzernchefs lief allerdings über einen vorab festgelegten Handelsplan. Dieser stammt bereits aus dem November 2025. Kurzfristiges Markttiming scheidet damit aus.
Wallace hält weiterhin ein massives Aktienpaket. Ein Großteil davon ist an langfristige Erfolgsziele gebunden. Auffällig bleibt die generelle Tendenz im Management. Im vergangenen Jahr gab es bei KLA 19 Insider-Verkäufe und keinen einzigen Kauf.
Die Verkäufe passierten an einem extrem starken Handelstag. Die KLA-Aktie schoss um gut zwölf Prozent nach oben. Am Folgetag trat ein Aktiensplit im Verhältnis zehn zu eins in Kraft.
Parallel dazu schrauben Analysten ihre Erwartungen massiv nach oben. Cantor Fitzgerald ruft ein Kursziel von 2.500 US-Dollar auf. UBS und Citigroup folgen mit Zielen deutlich über der Marke von 2.000 US-Dollar. Die Mehrheit der Experten rät aktuell zum Kauf der Papiere.
Starkes Kerngeschäft treibt den Kurs
Der Optimismus stützt sich auf harte Zahlen. Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete KLA einen Umsatz von rund 3,4 Milliarden US-Dollar. Für das Ende Juni auslaufende vierte Geschäftsquartal peilt das Management knapp 3,6 Milliarden US-Dollar an. Der Gewinn je Aktie soll bei 9,66 US-Dollar liegen.
Finanzchef Higgins blickt äußerst optimistisch in die Zukunft. Er rechnet für 2026 mit einem Markt für Wafer-Fertigungsanlagen von über 140 Milliarden US-Dollar. Die Sichtbarkeit für das kommende Jahr bezeichnet er bereits jetzt als bemerkenswert.
Ein entscheidender Wachstumstreiber ist das Servicegeschäft. Die Maschinen des Unternehmens bleiben immer länger im Einsatz. Die Lebensdauer hat sich in den vergangenen Jahren auf über 20 Jahre verdoppelt. KLA sichert diese Laufzeiten ab. Etwa 80 Prozent der Serviceumsätze basieren auf langfristigen Verträgen.
Das Segment soll jährlich um bis zu 15 Prozent wachsen. Die Folge: planbare Einnahmen. Diese finanzieren ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm und eine deutlich höhere Dividende.
Im Juli legt KLA die Zahlen für das vierte Quartal vor. Erreicht der Umsatz die anvisierten 3,6 Milliarden US-Dollar, dürfte das die jüngste Kursrallye fundamental untermauern. Ein starker Ausblick auf das Gesamtjahr könnte dann weitere Analysten zu Kurszielanhebungen zwingen.
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