Nach einem volatilen Monat im Halbleitersektor richten sich die Blicke der Anleger verstärkt auf KLA-Tencor. Während der gesamte Chipmarkt unter Gewinnmitnahmen litt, werten Analysten die aktuelle Situation zunehmend als Einstiegsgelegenheit. Das Unternehmen, das auf Prozesskontrolle und Ertragsmanagement in der Halbleiterfertigung spezialisiert ist, profitiert dabei von der unvermindert hohen Nachfrage nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz.
Analysten raten nach Kurskorrektur zum Kauf
Die Analysten der Bank of America haben KLA nach dem jüngsten Ausverkauf in ihre Liste der Kaufempfehlungen aufgenommen. Analyst Vivek Arya betont in einer aktuellen Studie, dass der Rücksetzer, bei dem die Aktie zeitweise deutlich unter ihre Höchststände vom Juni fiel, übertrieben sei. Die fundamentale Lage der Branche bleibe durch den Ausbau der KI-Infrastruktur robust. Für KLA-Tencor setzte die Bank of America ein Kursziel von 317 US-Dollar fest, was einem erheblichen Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht.
Die Experten gehen davon aus, dass die weltweiten Ausgaben für Wafer-Fab-Equipment (WFE) von etwa 144 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf bis zu 250 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028 ansteigen werden. In diesem Marktumfeld wird KLA neben anderen Branchengrößen wie Applied Materials und Lam Research als einer der Hauptprofiteure gesehen. Trotz einer volatilen Phase notiert die Aktie heute mit 188,88 € leicht im Plus, was die einsetzende Stabilisierung unterstreicht.
Wachstumstreiber Advanced Packaging
Ein wesentlicher Faktor für die optimistische Einschätzung ist das Segment Advanced Packaging. Für das Jahr 2025 strebt KLA in diesem Bereich ein Umsatzwachstum von rund 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Da die Anforderungen an moderne Chipsysteme immer komplexer werden, gewinnt die Überprüfung und Qualitätssicherung in der Verpackung der Halbleiter massiv an Bedeutung.
Parallel dazu treiben globale Schwergewichte wie TSMC ihre Investitionen massiv voran. Berichten zufolge plant TSMC Investitionen in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar für die Fertigung in den USA. Solche großangelegten Fabrikneubauten erhöhen den Bedarf an den Inspektionssystemen von KLA-Tencor unmittelbar. Das Unternehmen weist derzeit eine Marktkapitalisierung von 237,61 Milliarden € auf und bleibt damit ein Schwergewicht in der Zulieferindustrie für die Chipfertigung.
Bewertung und geopolitische Risiken
Trotz der positiven Wachstumsaussichten gibt es Faktoren, die Anleger zur Vorsicht mahnen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 81,2 liegt die Bewertung von KLA deutlich über dem Branchendurchschnitt von etwa 27,8. Marktbeobachter diskutieren daher, ob ein Großteil des KI-Booms bereits eingepreist ist. Verschiedene Bewertungsmodelle kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen über den fairen Wert der Aktie: Während einige Analysen einen Wert von rund 232 US-Dollar als angemessen betrachten, sehen vorsichtigere Schätzungen das Unternehmen bereits überbewertet.
Zudem belasten geopolitische Spannungen das Umfeld. Die US-Handelsbehörden haben zuletzt klargestellt, dass Exportbeschränkungen für KI-Chips auf chinesische Firmen auch dann gelten, wenn diese über ausländische Tochtergesellschaften agieren. Da KLA-Tencor einen signifikanten Teil seines Geschäfts in Asien abwickelt, stellen mögliche neue Zölle oder eine Schwäche der chinesischen Nachfrage latente Risiken dar. Dennoch zeigt die Entwicklung der letzten 30 Tage, in denen die Aktie um 12,15 % nachgab, dass ein Teil dieser Unsicherheiten durch die Marktkorrektur bereits verarbeitet sein könnte.
KLA-Tencor-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue KLA-Tencor-Analyse vom 23. Juli liefert die Antwort:
Die neusten KLA-Tencor-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für KLA-Tencor-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
