Goldman Sachs hat seine Kaufempfehlung für Kioxia am 20. Oktober bestätigt. Dem steht ein mögliches Verkaufsrisiko aus kreditfinanzierten Aktienpositionen gegenüber.
Für Anleger treffen damit zwei unterschiedliche Signale aufeinander: eine positive Einschätzung der Analysten und die Gefahr zusätzlicher Verkäufe durch gehebelte Investoren. Die Bestätigung der Empfehlung bedeutet deshalb nicht, dass der kurzfristige Druck auf die Aktie bereits nachlässt.
Goldman bestätigt das Kursziel
Medienberichten zufolge beließ Goldman Sachs neben der Kaufempfehlung auch das Kursziel bei 39.000 ¥. Die Analystenaktion vom 20. Oktober fiel damit trotz der zuvor berichteten Risiken durch kreditfinanzierte Positionen positiv aus.
Kursziel und Verkaufsrisiko betreffen allerdings unterschiedliche Fragen. Die Empfehlung beschreibt die Einschätzung des Analysehauses. Der mögliche Verkaufsdruck hängt dagegen daran, ob Investoren ihre Positionen weiter halten können oder beim Näherrücken von Fristen verkaufen müssen. Eine positive Analystenstimme räumt dieses Risiko nicht aus.
Kreditpositionen als möglicher Belastungsfaktor
Bloomberg berichtete am 19. Oktober über einen hohen Bestand offener, kreditfinanzierter Kaufpositionen in Kioxia. Zum 15. Oktober belief sich deren Umfang auf rund 920 Milliarden ¥. Damit war der Bestand dem Bericht zufolge der größte unter den an der Tokyo Stock Exchange notierten Unternehmen.
Die von Bloomberg angeführten Analysten warnten vor möglichen erzwungenen Verkäufen, wenn die Positionen ihren Fristen näherkommen. Es handelt sich um ein Risiko weiterer Abgaben, nicht um die Bestätigung bereits erfolgter Zwangsverkäufe. Diese Unterscheidung ist für die Einordnung der Kursentwicklung wesentlich.
Für Anleger entsteht daraus eine zusätzliche Unsicherheit neben der Bewertung des Geschäfts. Selbst eine unveränderte Kaufempfehlung verhindert nicht, dass Finanzierungszwänge einzelner Marktteilnehmer weitere Verkäufe auslösen könnten. Die Fristen der gehebelten Positionen sind deshalb ein eigenständiger Belastungsfaktor.
Bessere Bonität als Gegengewicht
Auf Unternehmensebene steht dem Finanzierungsrisiko der Anleger eine verbesserte Bonitätsbewertung gegenüber. S&P Global Ratings erhöhte Kioxias langfristiges Emittentenrating am 13. Oktober von BBB− auf BBB. Der Ausblick fiel positiv aus.
Kioxia verwies dabei unter anderem auf seine Nettoliquiditätsposition. Die Kreditwürdigkeit des Unternehmens und die Finanzierung der Aktienkäufe sind somit getrennt zu beurteilen: Das bessere Rating beseitigt keine möglichen Verkaufszwänge auf Aktionärsseite.
Den nächsten angekündigten Unternehmenstermin bilden die Finanzergebnisse am 30. Oktober um 18:45 Uhr japanischer Zeit. Bis dahin stehen die bestätigte Kaufempfehlung und die verbesserte Bonität dem von Bloomberg beschriebenen Verkaufsrisiko gegenüber. Entscheidend ist dabei, diese positiven Unternehmenssignale nicht mit einer Entwarnung für die kurzfristige Handelslage gleichzusetzen.
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