Kioxia Aktie: 11,34-Prozent-Crash auf 234,95 Euro

Kioxia-Aktie verliert über 11 Prozent nach Rekord-Börsengang chinesischer Konkurrenz und schwachen Zahlen von SK Hynix.

Auf einen Blick:
  • Chinesischer Chip-Hersteller CXMT mit Milliarden-Börsengang
  • SK Hynix verfehlt Analystenerwartungen deutlich
  • Zweifel an KI-Boom belasten Halbleiterbranche
  • Kioxia-Quartalszahlen am Freitag mit Spannung erwartet

Ein Börsenneuling in Shanghai reicht aus, um einen der größten Speicherchip-Hersteller der Welt ins Wanken zu bringen. Kioxia-Aktien sind am Dienstag um 11,34 Prozent eingebrochen, der Schlusskurs lag bei 234,95 Euro. Noch im Juni war der japanische Konzern zeitweise das wertvollste Unternehmen Japans. Auf Wochensicht steht nun ein Minus von 34 Prozent, auf Monatssicht sogar von über 50 Prozent.

Drei Entwicklungen laufen gerade parallel: eine chinesische Konkurrenz-Offensive, schwache Zahlen eines Rivalen und wachsende Zweifel am KI-Boom insgesamt.

Chinas Billionen-Debüt schockt die Branche

Auslöser der aktuellen Verkaufswelle war der Börsengang von ChangXin Memory Technologies (CXMT) am 27. Juli in Shanghai. Der chinesische Speicherchip-Hersteller sammelte umgerechnet rund 8,6 Milliarden Dollar ein — der größte Halbleiter-Börsengang Asiens in diesem Jahr. Die Aktie schoss am ersten Handelstag um fast 470 Prozent nach oben.

Für Investoren ist das ein Warnsignal. Die massive Kapitalspritze könnte CXMT erlauben, seine DRAM- und NAND-Produktion rasant auszubauen. Die Folge wäre ein globales Überangebot, das die Preise drückt und die Margen etablierter Anbieter wie Kioxia unter Druck setzt.

SK Hynix liefert den nächsten Dämpfer

Am Mittwoch kam zusätzlicher Gegenwind vom südkoreanischen Wettbewerber SK Hynix. Der Speicherchip-Marktführer meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 79 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 60,54 Billionen Won. Beide Werte verfehlten die Analystenschätzungen von 84 beziehungsweise 64,22 Billionen Won klar.

Die SK-Hynix-Aktie brach daraufhin um mehr als 11 Prozent ein. Für Kioxia ist das ein schlechtes Omen. Beide Unternehmen hängen stark vom zyklischen NAND-Flash-Geschäft ab. Die verpassten Erwartungen bei SK Hynix nähren die Sorge, dass der jüngste Höhepunkt bei den Speicherpreisen bereits überschritten ist.

Zweifel am KI-Boom belasten zusätzlich

Die Stimmung gegenüber KI-Hardware hat sich generell eingetrübt. Berichte über komplexe Finanzierungskonstruktionen bei Nvidia — teils als „zirkuläre“ Finanzierung bezeichnet — verunsichern die gesamte Lieferkette. Konkret geht es um Absicherungen für Ausrüstungskäufe eines großen KI-Kunden.

Die Gerüchte sind bislang unbestätigt. Trotzdem stellen Investoren zunehmend infrage, ob die Hunderte Milliarden Dollar an KI-Infrastruktur-Investitionen ausreichend Rendite abwerfen. Das Ergebnis: eine Rotation weg von großen Halbleiterwerten.

Alles blickt auf Freitag

Mit einem RSI von 34,8 nähert sich Kioxia der überverkauften Zone. Die annualisierte Volatilität von 167 Prozent zeigt zugleich, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt.

Am Freitag, den 31. Juli, veröffentlicht Kioxia um 8:30 Uhr MESZ die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027. Marktprognosen erwarten einen deutlichen Gewinnanstieg gegenüber dem Vorjahr. Analysten sehen darin aber nur die Basis — nötig sei eine echte Überraschung nach oben oder ein optimistischer Ausblick, um die Abwärtsspirale zu stoppen.

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