Ein Kurssprung von über zwölf Prozent binnen weniger Handelsstunden ist selbst für Kingfisher ungewöhnlich. Auslöser waren die Halbjahreszahlen des britischen Baumarktkonzerns, die am Dienstag veröffentlicht wurden und die Erwartungen quer durch alle Regionen übertrafen.
Gewinn wächst schneller als der Umsatz
Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im ersten Geschäftshalbjahr um 9,9 Prozent auf 404 Millionen Pfund. Der Umsatz legte dagegen nur um 0,7 Prozent auf 6,9 Milliarden Pfund zu — ein deutliches Zeichen dafür, dass die Profitabilität stärker wächst als das reine Volumen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte um 16 Prozent auf 17,8 Pence, begünstigt auch durch laufende Aktienrückkäufe.
Kingfisher hob daraufhin die Jahresprognose an. Der Vorstand erwartet nun einen bereinigten Vorsteuergewinn zwischen 595 und 635 Millionen Pfund, nach zuvor 565 bis 625 Millionen Pfund. Auch das Ziel für den freien Cashflow wurde angehoben, auf eine Spanne von 480 bis 520 Millionen Pfund.
Analyst Richard Chamberlain von der kanadischen RBC sprach von einem starken Zahlenwerk und lobte, die Gewinne des Einzelhändlers seien über alle Regionen hinweg besser als erwartet ausgefallen. Auch das langfristige Potenzial des Konzerns überzeuge ihn.
Screwfix trägt, B&Q kämpft mit dem Wetter
Der Blick auf die einzelnen Banner zeigt ein gespaltenes Bild. Die Baumarktkette Screwfix lieferte mit einem Umsatzplus von 6,9 Prozent auf 1,45 Milliarden Pfund die stärkste Performance im britisch-irischen Kerngeschäft. Das Treueprogramm Screwfix Rewards zählt inzwischen 2,3 Millionen aktive Mitglieder und steuert 44 Prozent des Gesamtumsatzes bei.
B&Q hatte es dagegen schwerer: Hitzewellen drückten auf die Kundenfrequenz, die vergleichbaren Umsätze gingen um 2,9 Prozent zurück. Das Gesamtergebnis der Region UK und Irland verbesserte sich trotzdem, auch dank einer einmaligen Steuerrückerstattung.
Besonders auffällig entwickelt sich das Geschäft mit Handwerkskunden. Die Trade-Sparte erreichte einen Anteil von 31 Prozent am Gesamtumsatz, ein Plus von 3,1 Prozentpunkten. Mittelfristig peilt Kingfisher fünf Milliarden Pfund Umsatz in diesem margenstärkeren Segment an — aktuell liegt der Wert bei 2,1 Milliarden Pfund für das Halbjahr.
Kapitalrückflüsse an Aktionäre blieben ein fester Bestandteil der Strategie: 144 Millionen Pfund flossen als Dividende, weitere 189 Millionen Pfund in Aktienrückkäufe. Seit 2021 hat der Konzern damit rund 23 Prozent seiner Aktien zurückgekauft.
Der Kurs näherte sich nach dem Sprung wieder den Jahreshochs von Ende Februar. Ob sich die Dynamik aus Trade-Wachstum und Kostendisziplin im zweiten Halbjahr fortsetzt, dürfte sich an den nächsten Zahlen zur Weihnachtssaison zeigen, wenn insbesondere B&Q unter Beweis stellen muss, ob die schwache Konsumnachfrage in Großbritannien nachlässt.
Kingfisher-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Kingfisher-Analyse vom 23. September liefert die Antwort:
Die neusten Kingfisher-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Kingfisher-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
