Manchmal braucht es zwei Anläufe. Phillips 66 und Kinder Morgan haben am Montag bekannt gegeben, dass ihr gemeinsames Western Gateway Pipeline-Projekt grünes Licht bekommt, nachdem eine zweite Open Season genügend langfristige Shipper-Commitments eingebracht hat. Nicht die erste, wohlgemerkt, sondern die zweite. Das sollte man im Hinterkopf behalten.
Von Texas bis Kalifornien
Das Projekt ist technisch durchaus interessant. Western Gateway soll Raffineriekapazitäten aus dem Mittleren Westen und der Golfküste mit den Märkten in Arizona und Kalifornien verbinden, dazu noch Las Vegas über Kinder Morgans bestehende CALNEV-Pipeline. Der Kern: eine neue Pipeline von Borger, Texas nach Phoenix, Arizona. Dazu wird Kinder Morgans SFPP-Pipeline von Colton, Kalifornien nach Phoenix umgekehrt, also der Fluss gedreht, damit Produkte von Ost nach West strömen können. Und auch Phillips 66s Gold Pipeline, die bislang von Borger nach St. Louis fließt, wird umgedreht.
Kinder Morgan CEO Kim Dang sagt dazu: „Da wir auf vorhandene Pipeline-Kapazitäten in verschiedenen Bundesstaaten entlang der Strecke zurückgreifen können, sind wir hervorragend aufgestellt, um eine Logistiklösung für veredelte Erdölprodukte zu realisieren.“ Das stimmt. Wer bestehende Infrastruktur ummünzen kann, spart erheblich an Baukosten und Zeit.
2029 soll es losgehen
Phillips 66-Chef Mark Lashier spricht von „langfristigem Logistikbedarf für Mineralölprodukte“ in der Region, die Western Gateway adressiere. Das klingt nach nüchternem Managersprech, hat aber einen realen Hintergrund: Der Westen der USA ist bei Raffinerieprodukten strukturell auf Importe angewiesen, und eine direkte Pipeline-Anbindung an günstigere Golfküsten-Versorgung ist eben kein Luxus, sondern Infrastruktur mit echtem wirtschaftlichem Gewicht.
Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2029 geplant. Bis dahin müssen noch definitive Transportverträge, Joint-Venture-Vereinbarungen und die Zustimmung beider Boards her. Das ist kein Selbstläufer, aber das Projekt steht auf einem deutlich solideren Fundament als nach der ersten Open Season.
Nicht schlecht für vorhandene Rohre
Für Kinder Morgan ist das vor allem eines: ein Wachstumsprojekt, das weniger Neuinvestition erfordert als es auf den ersten Blick aussieht. Bestehende Pipelines umzudrehen kostet, keine Frage. Aber es kostet weniger, als alles neu zu bauen. Dass die zweite Open Season die nötigen Commitments gebracht hat, zeigt zumindest, dass die Nachfrage real ist. Ob der Zeitplan bis 2029 hält, wird die nächste spannende Frage sein.
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