Die Aktie hat seit den Quartalszahlen Boden gutgemacht, doch UBS bleibt vorsichtig. Die Bank hebt ihr Kursziel für Kimberly-Clark von 106 auf 113 Dollar an, belässt das Votum aber bei „Neutral“. Zuletzt notierte das Papier bei 109,10 Dollar.
Besser als befürchtet, aber kein Befreiungsrezept
Auslöser der jüngsten Erholung waren die vorab veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal am 15. Oktober. Beim Umsatz blieb der Konzern unter den Erwartungen. Geringere Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie Posten unterhalb der operativen Linie sorgten dennoch für ein Ergebnis über Plan. Die Jahresprognose 2026 bestätigte das Management.
UBS wertet das als besser als befürchtet, nicht aber als Basisszenario. Seit der Zahlenvorlage hat die Aktie den Sektorfonds für Basiskonsumgüter um 8,5 Prozentpunkte geschlagen. Die Bank führt das eher auf die Positionierung der Anleger zurück als auf einen Wandel beim fundamentalen Ausblick.
Die Bewertung bleibt aus UBS-Sicht attraktiv. Chancen und Risiken sehen die Analysten trotzdem ausgewogen. Sie verweisen auf die geringe Sichtbarkeit bei Umsatz und Ergebnis des Kerngeschäfts sowie auf Sorgen rund um die Integration von Kenvue.
Kenvue-Umtausch läuft weiter
Beim Kenvue-Deal verlängert Kimberly-Clark die Frist für das Umtauschangebot für Kenvue-Anleihen bis zum 2. November. Bisher gilt bei allen sieben Serien eine hohe Beteiligung.
Die Quote liegt zwischen knapp 74 Prozent bei der Anleihe mit Fälligkeit 2028 und fast 99 Prozent bei der Anleihe mit Fälligkeit 2053. Das Angebot umfasst neue Kimberly-Clark-Anleihen im Volumen von bis zu 7 Milliarden Dollar. Es steht unter dem Vorbehalt, dass die Kenvue-Übernahme vollzogen wird.
Die EU-Kommission hat die Übernahme genehmigt. Als Auflage muss Kimberly-Clark im Europäischen Wirtschaftsraum seine Tampon- und Damenhygienemarken veräußern.
Analystenbild uneinheitlich
Die Einschätzungen gehen auseinander. BofA Securities senkte das Kursziel auf 120 Dollar und verwies auf Probleme in China und Verzögerungen in Nordamerika. Wells Fargo nahm es auf 105 Dollar zurück und nannte stärkeren Wettbewerb sowie Gegenwind in China. Piper Sandler bleibt bei „Overweight“ und erwartet, dass Kenvue die Gewinne schneller steigern könnte als gedacht.
Für Einkommensorientierte bleibt die Dividende ein Argument: Kimberly-Clark hat sie 54 Jahre in Folge erhöht, die Rendite liegt bei rund 4,7 Prozent. Nächster konkreter Termin ist der 2. November, an dem die verlängerte Umtauschfrist endet, sofern sie nicht erneut verschoben wird.
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