Es gibt Quartale, die erzählen die Geschichte eines Unternehmens. Und es gibt Quartale, die sind nur Kulisse für etwas viel Größeres. Das erste Quartal 2026 von Kimberly-Clark ist eindeutig das Zweite.
Die Zahlen, kurz und knapp
4,2 Milliarden Dollar Umsatz, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr, organisch 2,5 Prozent Wachstum. Der bereinigte Gewinn pro Aktie kam auf 1,97 Dollar, 4 Cent über den Erwartungen der Analysten. Das klingt ordentlich, und das ist es auch. Huggies, Kleenex, Cottonelle, die Kernmarken laufen.
Das Nordamerika-Geschäft schrumpfte zwar um 0,6 Prozent, aber nur wegen des bewussten Ausstiegs aus dem Eigenmarken-Windel-Geschäft in den USA. Organisch wuchs die Region immerhin um 1,8 Prozent. Das internationale Geschäft mit Pflegeprodukten zog sogar um 9,1 Prozent an, getrieben von starkem Volumenwachstum und günstiger Währungsentwicklung.
Die Bruttomarge allerdings trübt das Bild ein wenig. Bereinigt 37,9 Prozent, 60 Basispunkte unter Vorjahr. Preissenkungen zur Förderung neuer Produkte und Investitionen in die Lieferkette haben ihren Preis. CEO Mike Hsu nennt das „Investitionen in aufregende Innovationen“, der Markt nennt es Margendruck.
Das eigentliche Spiel
Hsu hat in seiner Stellungnahme ein Wort benutzt, das die Quartalszahlen fast in den Hintergrund rückt: Kenvue. Kimberly-Clark plant die Übernahme des Johnson-&-Johnson-Konsumgüter-Ablegers, und Hsu spricht von einer „generationellen Wertschöpfungsmöglichkeit“. Gleichzeitig steht der Verkauf des internationalen Familiencare- und Profigeschäfts kurz vor dem Abschluss, die Erlöse sollen die Kenvue-Übernahme mitfinanzieren. Das ist kein normales Quartal, das ist Umbau im laufenden Betrieb.
Immerhin: Der Cashflow aus dem operativen Geschäft lag bei 745 Millionen Dollar, verglichen mit 327 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Schulden sanken leicht auf 7,1 Milliarden Dollar. Und 418 Millionen Dollar flossen als Dividende an die Aktionäre. Solide Basis für ein großes Vorhaben, das muss man Hsu lassen.
Kimberly-Clark Corporation Aktie Chart
Ausblick bestätigt, Risiken bleiben
Den Jahresausblick hat Kimberly-Clark bestätigt. Organisches Umsatzwachstum im Rahmen des Marktwachstums von rund 2,5 Prozent, bereinigter operativer Gewinn im mittleren bis hohen einstelligen Bereich auf Konstantwährungs-Basis, bereinigtes EPS aus dem fortgeführten Geschäft mit zweistelligem Wachstum. Das klingt gut. Kimberly-Clark fügt allerdings einen Satz hinzu, den man nicht überlesen sollte: Der Ausblick stehe unter dem Vorbehalt des makroökonomischen Umfelds. Zölle, Inflation, geopolitische Unsicherheit, das alles steht noch auf der Rechnung.
1,97 Dollar bereinigtes EPS, 4 Cent über Konsens. Für ein Unternehmen, das gerade eine der größten Transaktionen seiner Geschichte vorbereitet, ist das kein schlechter Auftakt. Ob Kenvue dann wirklich die versprochene Generationenchance wird, das ist die eigentliche Frage, und die beantwortet kein Quartalsbericht.
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