KI-Agenten: Diese Cybersecurity-Aktie profitiert von einem Milliardenmarkt

Das Unternehmen Okta positioniert sich als Anbieter von Identitätssicherheit für KI-Agenten und verzeichnet solides Wachstum bei Umsatz und Großkunden. Analysten sehen Aufwärtspotenzial.

Auf einen Blick:
  • Sicherheit für KI-Agenten als neues Wachstumsfeld
  • Umsatz und bereinigter Gewinn je Aktie steigen
  • Auftragsbestand erreicht Rekordniveau
  • Aktienbewertung liegt unterhalb von Wettbewerbern

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

während die Finanzwelt derzeit gebannt auf die Giganten der Künstlichen Intelligenz blickt, vollzieht sich im Hintergrund eine Revolution, die kaum jemand auf dem Radar hat. KI-Agenten werden zur neuen Arbeitskraft in Unternehmen. Sie buchen Reisen, analysieren Daten und treffen eigenständige Entscheidungen. Doch diese digitalen Mitarbeiter benötigen etwas, das bisher nur Menschen vorbehalten war: eine sichere Identität. Genau hier entsteht ein Milliardenmarkt, den viele Investoren noch übersehen.

Der Flaschenhals der KI-Revolution

Die Begeisterung für Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktien in astronomische Höhen getrieben. Nvidia, Microsoft und andere Tech-Giganten dominieren die Schlagzeilen. Doch während alle auf die Hersteller der KI-Technologie schauen, entwickelt sich im Schatten ein Problem, das jedes Unternehmen lösen muss: Wie kontrolliert man den Zugang von autonomen KI-Agenten zu sensiblen Unternehmensdaten?

Okta, ein auf Identity Security spezialisiertes Unternehmen aus San Francisco, hat sich genau auf diese Herausforderung fokussiert. Die Firma verwaltet digitale Identitäten und stellt sicher, dass nur autorisierte Nutzer auf bestimmte Software-Anwendungen zugreifen können. Mit dem Aufstieg von KI-Agenten erweitert sich dieses Geschäftsfeld dramatisch. Diese digitalen Arbeiter benötigen dieselbe Authentifizierung wie menschliche Mitarbeiter. Ohne solche Sicherheitssysteme öffnen Unternehmen Tür und Tor für Datenmissbrauch und Cyberangriffe.

Ein Markt mit 80 Milliarden Dollar Potenzial

Der adressierbare Gesamtmarkt für Identity Security wird auf 80 Milliarden Dollar geschätzt. Allein dieser Wert ist beeindruckend. Doch die wachsende Verbreitung von KI-Agenten könnte diesen Markt nochmals erheblich vergrößern. Unternehmen setzen zunehmend auf autonome digitale Helfer, die Routineaufgaben übernehmen. Diese Agenten arbeiten rund um die Uhr und greifen auf Unternehmenssysteme zu. Ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen entstehen massive Risiken.

Okta hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt. Das Management arbeitet bereits mit über 100 Kunden an speziellen Sicherheitslösungen für KI-Agenten. Diese Nachfrage ist nicht theoretischer Natur. Sie manifestiert sich in konkreten Projekten und Verträgen. Die Unternehmen verstehen, dass der Einsatz von KI-Agenten ohne robuste Identitätsprüfung unverantwortlich wäre.

Solide Fundamentaldaten sprechen für sich

Die jüngsten Quartalszahlen unterstreichen die positive Entwicklung von Okta. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte das Unternehmen Umsätze von 742 Millionen Dollar. Das entspricht einem Wachstum von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte sogar um 22 Prozent auf 82 Cent. Diese Zahlen übertreffen die Erwartungen der Wall Street.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei Großkunden. Die Anzahl der Kunden, die jährlich mehr als eine Million Dollar für Okta-Dienste ausgeben, wuchs um 17 Prozent. Das zeigt einen klaren Trend: Große Unternehmen konsolidieren ihre Sicherheitsausgaben auf der Okta-Plattform. Sie vertrauen dem Anbieter zunehmend kritische Funktionen an. Diese Kundenbeziehungen sind äußerst wertvoll und langfristig angelegt.

Der Auftragsbestand signalisiert weiteres Wachstum

Ein wichtiger Indikator für zukünftige Umsätze ist der sogenannte Remaining Performance Obligation. Dieser Wert umfasst alle bereits unterzeichneten Verträge, deren Umsätze in den kommenden zwölf Monaten realisiert werden. Bei Okta ist dieser Wert auf ein Rekordhoch von 2,3 Milliarden Dollar gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Diese Kennzahl ist ein verlässlicher Gradmesser für die Geschäftsentwicklung. Sie zeigt, dass Okta nicht nur aktuelle Erfolge feiert, sondern auch für die Zukunft gut aufgestellt ist. Das Management hat entsprechend die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angehoben. Nun wird ein Umsatzwachstum von elf Prozent erwartet. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 3,43 und 3,44 Dollar liegen. Das würde einem Anstieg von rund 22 Prozent entsprechen.

Eine Bewertung, die Spielraum nach oben lässt

Trotz dieser positiven Entwicklung notiert die Okta-Aktie derzeit 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnerwartungen beträgt lediglich 23. Zum Vergleich: Andere Cybersecurity-Unternehmen wie Palo Alto Networks werden mit einem KGV von 40 gehandelt. CrowdStrike bringt es sogar auf ein KGV von 86.

Diese Bewertungsdiskrepanz ist bemerkenswert. Okta wächst profitabel und erschließt mit der AI-Security einen völlig neuen Wachstumsmarkt. Dennoch spiegelt der Aktienkurs diese Potenziale noch nicht vollständig wider. Analysten haben das erkannt. JP Morgan hat das Kursziel auf 121 Dollar angehoben. Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 45 Prozent.

Die Vorteile der Unabhängigkeit

Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil von Okta liegt in seiner Unabhängigkeit. Anders als Microsoft, das Identity-Lösungen als Teil seiner Office-Suite anbietet, konzentriert sich Okta ausschließlich auf diesen Bereich. Das Unternehmen ist plattformagnostisch. Es funktioniert mit verschiedenen Cloud-Anbietern und Anwendungsumgebungen. Diese Flexibilität schätzen viele Kunden.

Zudem kann Okta alle Ressourcen in Innovation stecken, anstatt Identity-Management als Nebenprodukt zu behandeln. Diese Fokussierung führt zu besseren Lösungen. Unternehmen vertrauen darauf, dass Okta als neutraler Drittanbieter agiert und keine eigenen Interessen bei der Produktwahl verfolgt. In einer zunehmend fragmentierten IT-Landschaft ist diese Neutralität ein entscheidender Faktor.

Risiken sollten nicht ignoriert werden

Natürlich birgt jede Investition Risiken. Die Okta-Aktie hat in der Vergangenheit erhebliche Schwankungen gezeigt. Sollte das Unternehmen Marktanteile an Wettbewerber verlieren oder die Monetarisierung im AI-Security-Bereich nicht wie erhofft gelingen, könnte die Aktie unter Druck geraten. Der Markt erwartet, dass das Wachstum von weiteren Verbesserungen bei der Profitabilität begleitet wird.

Zudem befindet sich die gesamte Software-Branche derzeit in einer schwachen Phase. Die Aktie notiert deutlich unter ihren gleitenden Durchschnitten. Technisch orientierte Anleger sehen erst bei einem Anstieg über 88 Dollar ein konstruktiveres Bild. Kurzfristig könnte der Kurs sogar in Richtung 70 Dollar driften. Langfristig orientierte Investoren könnten solche Rücksetzer jedoch als Einstiegsgelegenheit betrachten.

Ein unterschätzter Profiteur der KI-Revolution

Während die Aufmerksamkeit auf die offensichtlichen Gewinner der KI-Revolution gerichtet ist, entwickelt sich Okta zum stillen Profiteur dieser technologischen Umwälzung. Die Sicherheit digitaler Identitäten wird mit jedem neuen KI-Agenten wichtiger. Unternehmen können es sich nicht leisten, diesen Aspekt zu vernachlässigen. Die Nachfrage nach Oktas Lösungen dürfte daher strukturell weiter steigen.

Die fundamentale Stärke des Unternehmens ist unbestreitbar. Ein stabiler Kundenstamm, wachsende Umsätze und steigende Profitabilität bilden eine solide Basis. Der volle Auftragsbestand untermauert die positive Dynamik für die kommenden Quartale. Gleichzeitig bietet die aktuelle Bewertung im Vergleich zu anderen Cybersecurity-Aktien attraktive Einstiegschancen.

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