KeyCorp hat im zweiten Quartal 2026 einen Gewinn abgeliefert, der selbst optimistische Erwartungen übertrifft. Die Bank aus Cleveland meldet ein Ergebnis, das binnen eines Jahres um mehr als ein Viertel zulegt — angetrieben von einer Kombination aus wachsendem Kreditbuch und sinkenden Einlagenkosten, die selten so sauber zusammenspielt.
Der Nettogewinn stieg auf 472 Millionen Dollar oder 0,44 Dollar je Aktie, verglichen mit 387 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 1,96 Milliarden Dollar. Vorstandschef Chris Gorman spricht von einer operativen Hebelwirkung von rund 130 Basispunkten im Jahresvergleich — ein Wert, der zeigt, dass die Erträge deutlich schneller wachsen als die Kosten.
Zinsmarge und Kreditwachstum treiben das Geschäft
Die Nettozinsmarge kletterte auf 2,89 Prozent, nach 2,66 Prozent im Vorjahresquartal. Dahinter steckt vor allem die Neuanlage auslaufender, niedrig verzinster Wertpapiere in höher rentierliche Anlagen sowie sinkende Einlagenkosten. Das Kreditbuch wuchs zum Quartalsende um 1,2 Milliarden Dollar, wobei kommerzielle und industrielle Kredite um 2,1 Milliarden Dollar beziehungsweise 3 Prozent zulegten.
Die Wachstumssparten liefern zusätzlichen Schub. Investmentbanking-Pipelines legten binnen eines Quartals um 9 Prozent zu, das verwaltete Vermögen erreichte mit 74 Milliarden Dollar einen Rekordwert. Das Kommerzielle-Zahlungsverkehrsgeschäft verzeichnete zweistelliges Gebührenwachstum im Jahresvergleich.
Auf der Risikoseite zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Nettoabschreibungen stiegen auf 42 Basispunkte, während die Deckungsquote der Rückstellungen leicht auf 1,56 Prozent sank. Notleidende Kredite kletterten zum Quartalsende auf 809 Millionen Dollar — ein Anstieg gegenüber den Vorquartalen, der jedoch von einer soliden Kapitalausstattung begleitet wird. Die harte Kernkapitalquote lag bei geschätzten 11,2 Prozent, oberhalb der regulatorischen Mindestanforderungen.
Kapitalrückführung läuft weiter
KeyCorp kaufte im Quartal eigene Aktien im Wert von 341 Millionen Dollar zurück. Gorman bekräftigte das Ziel, die Rendite auf das materielle Eigenkapital bis Ende 2027 auf über 15 Prozent zu steigern — nach zuletzt 12,89 Prozent im aktuellen Quartal, verglichen mit 11,09 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt der Fokus auf organischem Wachstum in den priorisierten Segmenten Investmentbanking, Zahlungsverkehr und Vermögensverwaltung. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich die Dynamik bei Kreditvergabe und Zinsmarge angesichts eines sich wandelnden Zinsumfelds fortsetzen lässt.
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