Mit einer neuen Produktionsstätte in Pennsylvania verstärkt Kerry seine Präsenz im nordamerikanischen Markt. Am Mittwoch eröffnete das irische Unternehmen in Bethlehem seinen ersten Standort in diesem US-Bundesstaat, um die steigende Nachfrage nach Kalt- und Heißbrüh-Extrakten zu bedienen.
Der Aufbau der modularen Anlage nahm 18 Monate in Anspruch. Am Standort in Bethlehem sollen künftig rund 50 Beschäftigte arbeiten. Kerry zielt mit der neu geschaffenen Kapazität auf ein Volumen von rechnerisch einer Milliarde Tassen Kaffee ab.
Die Investition bedient gezielt die wachsende Nachfrage nach verzehrfertigen Erfrischungsgetränken, Speiseeis und Saucen. Kerry-Nordamerika-CEO John Cahalane betonte bei der Einweihung, der Standort bringe die Verarbeitung näher an die Abnehmer an der US-Ostküste. Kürzere Transportwege sollen Lieferketten vereinfachen und zugleich die Umweltauswirkungen der Logistik reduzieren.
Konzentrate für den Spezialitätenmarkt
Technologisch setzt die Produktionsstätte auf voneinander unabhängige Heiß- und Kaltbrühlinien. Durch hochkonzentrierte Extrakte gelingt der Versand künftig bei Umgebungstemperatur, wodurch aufwendige Kühlketten während des Transports entfallen. Kerry stellt bei den fertigen Bohnenextrakten deutliche ökologische Vorteile in Aussicht und verspricht spürbare Einsparungen bei Treibhausgasen gegenüber traditionellen Brüh- und Liefermethoden.
Zugleich profitiert der Konzern von veränderten Konsumgewohnheiten im wichtigsten Absatzmarkt. Laut Erhebungen der National Coffee Association tranken am Vortag der jüngsten Umfrage 48 Prozent der befragten US-Erwachsenen Spezialitätenkaffee – ein neuer Rekordwert. Im Vergleich dazu griffen lediglich 39 Prozent zu herkömmlichem Filterkaffee.
Für Lebensmittelhersteller und Gastronomiebetriebe verringert sich durch die standardisierten Extrakte der Aufwand bei der Zubereitung anspruchsvoller Rezepturen. Kerry liefert fertige Geschmacksprofile, sodass Kunden Eislattes oder funktionelle Kaltgetränke anbieten können, ohne eigenes Barista-Personal schulen oder teure Spezialgeräte anschaffen zu müssen.
Aktie nähert sich Jahreshöchststand
An den Finanzmärkten wird der Ausbau der Kapazitäten mit Wohlwollen aufgenommen. Im heutigen Handel legt die Kerry-Aktie um 2,6 Prozent auf 86,50 Euro zu. Damit notiert der Titel nur noch 2,0 Prozent unter seinem aktuellen 52-Wochen-Hoch.
Marktbeobachter verweisen zudem auf die anhaltende Erholung des Geschäfts nach einem herausfordernden Vorjahr. Die breite globale Präsenz mit Produktionsstätten in Dutzenden Ländern und das wachsende Angebot an spezialisierten Geschmackslösungen stützen die Zuversicht, dass Kerry den operativen Wachstumskurs weiter festigen kann.
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