Neue Zahlen, derselbe Schmerzpunkt: Bei Kering steht erneut Gucci im Zentrum, und der Markt reagiert deutlich. Die Aktie fiel am Freitag in Paris zeitweise um gut elf Prozent auf rund 189 Euro. Zuletzt notierte sie so niedrig wie seit Juli 2025 nicht mehr.
Am Mittag lag das Minus bei 11,7 Prozent. Die Bewegung liegt klar über dem, was bei Routinemeldungen üblich ist.
Gucci bleibt der Knackpunkt
Die Marke Gucci bestimmt die Debatte seit Monaten. Die Analysten von Deutsche Bank Research betonten, die geschäftliche Wende bleibe schwierig, solange es hier keine überzeugende Stabilisierung gebe. Aus ihrer Sicht lässt sich der Sanierungsfortschritt erst mit den Jahreszahlen beurteilen. Dann müsse sich zeigen, ob die Einsparungen tatsächlich auf das Ergebnis durchschlagen.
Die Zahlen sorgten damit für eine negative Überraschung. Genaue Kennziffern zum Quartal blieben im Marktgeschehen allerdings im Hintergrund, im Mittelpunkt stand die Lage bei Gucci.
Branche im Sog
Kering ist nicht allein. Schon am Vortag waren die Aktien von Hermès gefallen, nachdem deren Zahlen nicht überzeugt hatten. Am Freitag zogen Kering-Papiere nun andere Werte nach unten. LVMH und Richemont gaben ebenfalls nach, wenn auch deutlich moderater.
Ein Kontrast bot sich im Konsumgütersektor. L’Oréal legte nach starken Quartalszahlen zu, die Aktie stieg zeitweise um rund vier bis fünf Prozent und erreichte ein Hoch seit Mitte 2024. Jefferies nannte die Zahlen beeindruckend, der Kosmetikkonzern habe die Konsensschätzungen deutlich übertroffen.
Das Gesamtbild an den Börsen war ohnehin schwach. Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,69 Prozent, belastet von Verlusten an den US-Technologiebörsen und hohen Energiepreisen. Kering verstärkte den Abwärtsdruck im Luxussegment zusätzlich.
Für Kering rückt nun die Vorlage der Jahreszahlen in den Mittelpunkt. Sie sollen laut Deutsche Bank Research zeigen, ob die Sparmaßnahmen bei Gucci greifen.
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