Kering-Aktie: Große Versprechen – magere Gegenwart!

Der Luxuskonzern Kering will unter neuem Chef Luca de Meo die operative Marge mehr als verdoppeln und Gucci aus der Krise führen. Die Umsetzung ist bis 2028 geplant.

Auf einen Blick:
  • Kering will operative Marge von 11,1% auf über 22% mehr als verdoppeln
  • Struktureller Reset soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein
  • Bis Ende 2028 plant Kering eine Phase nachhaltigen Wachstums
  • Neuer CEO Luca de Meo kommt aus der Automobilindustrie

Luca de Meo kennt sich mit Turnarounds aus. Bei Renault hat er das bewiesen. Seit September sitzt der Italiener nun an der Spitze von Kering, dem französischen Luxuskonzern hinter Gucci, Yves Saint Laurent und Balenciaga. Und am Donnerstag hat er seinen ersten großen Auftritt vor Investoren genutzt, um die neue Strategie zu präsentieren. Der Name: ReconKering. Das Ziel: Gucci und den Rest des Konzerns aus einem langen Wachstumsschlaf zu wecken.

Die Zahlen, die wehtun

Wer verstehen will, warum de Meo so viel Druck hat, muss nur auf 2022 zurückblicken. Damals lag die operative Marge bei 27,5 Prozent, getrieben von einem Gucci-Boom unter Designer Alessandro Michele. Heute steht da eine 11,1 Prozent. Das ist nicht nur ein Rückgang. Das ist ein Absturz. Gucci, einst die Wachstumsmaschine des Konzerns, kämpft weiter mit sinkenden Quartalsumsätzen. Und auch Yves Saint Laurent und Balenciaga haben in den vergangenen Jahren spürbar an Schwung verloren.

Kering SA Aktie Chart

Versprechen mit Verfallsdatum

De Meo verspricht nun, die Marge mittelfristig mehr als zu verdoppeln, also irgendwo jenseits der 22 Prozent zu landen. Dazu soll die Eigenkapitalrendite über 20 Prozent steigen, und der Konzern will den Markt beim Umsatz schrittweise übertreffen. Den strukturellen Reset will Kering bis Ende dieses Jahres abschließen. Bis Ende 2028 soll dann echtes, nachhaltiges Wachstum stehen.

Das klingt ambitioniert. Und es ist tatsächlich ambitioniert, denn Gucci versucht gerade unter neuer Führung, mit frischer Kreativdirektion wieder Begehrlichkeiten zu wecken. Ob das funktioniert, weiß noch niemand. Der Luxusmarkt ist kein Automobilwerk, in dem man Prozesse optimiert und die Kurve kriegt. Hier entscheiden am Ende Konsumenten, die Lust auf eine Handtasche haben oder eben nicht.

Vom Autopiloten zur Handarbeit

De Meo hat in der Autobranche gelernt, wie man Marken neu positioniert. Jetzt muss er das auf einem Terrain beweisen, wo Zahlen weniger zählen als Gefühl. Kering hat bis 2028 Zeit. Und die Investoren haben bis dahin vor allem eines: Geduld aufzubringen.

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