Der japanische Bahn- und Dienstleistungskonzern Keio Corporation sieht sich mit den Folgen einer Cyberattacke konfrontiert. Das Unternehmen bestätigte am Samstag einen gezielten Ransomware-Angriff auf konzerneigene Server. In der Folge kam es zu spürbaren Betriebsstörungen in den IT-Systemen mehrerer Tochtergesellschaften. Der für den Konzern zentrale Betrieb des Schienennetzes blieb von dem Vorfall unberührt.
Nach Angaben des Unternehmens laufen die Untersuchungen zum genauen Ausmaß des Schadens. Ein zentraler Punkt betrifft die Frage nach einem möglichen Datendiebstahl. Bislang konnte das Unternehmen keinen unbefugten Zugriff auf sensible Informationen bestätigen. Ob Kundendaten oder Details zu Geschäftspartnern abgeflossen sind, bleibt Gegenstand laufender Prüfungen.
Störungen bei Zahlungsabwicklung und Hotelbuchungen
Die Auswirkungen der Serverprobleme zeigten sich schnell im Tagesgeschäft. Medienberichten zufolge waren am Sonntag und gestern mehrere Tochterunternehmen im operativen Betrieb eingeschränkt. Vor allem in Filialen der Handelskette Keio Store führten die Ausfälle zu spürbaren Hürden für die Kundschaft. Dort fielen sowohl die Zahlungen per Karte als auch Transaktionen über elektronisches Geld zeitweise aus.
Neben dem Einzelhandel verzeichnete auch die Beherbergungssparte des Konzerns technische Beeinträchtigungen. Medienberichten zufolge waren Reservierungssysteme sowie Dienstleistungen für Kundenanfragen in den Hotels gestört. Für die Kundenbetreuung bedeutete dies Verzögerungen bei der Buchungsabwicklung. Keio betonte zugleich, dass die Züge weiterhin fahrplanmäßig verkehrten.
Kursrückgang im schwachen Marktumfeld
An der Börse in Tokio reagierten die Marktteilnehmer mit Zurückhaltung auf die Gesamtlage. Die Keio-Aktie verzeichnete heute ein Minus von 3,8 Prozent auf 754,80 JPY. Gestern hatte das Papier noch bei 784,80 JPY notiert. Neben den IT-Vorfällen lastete auch die allgemeine Marktstimmung auf den Notierungen.
Marktberichte verwiesen heute auf den Dividendenabschlag zum Monatsende an der Tokioter Börse. Zugleich drückten schwächere Vorgaben von den US-Aktienmärkten auf das allgemeine Handelsgeschehen. Diese marktweiten Faktoren sorgten für Gegenwind auf breiter Front, ohne als alleiniger Auslöser für die Kursverluste zu gelten.
Sicherheitsinitiative und strategische Beteiligungen
Bereits am 17. September setzte das Management zudem strategische Akzente außerhalb des Transportwesens. Über den konzerneigenen Investmentfonds Keio Rail Fund beteiligte sich die Gesellschaft an den Unternehmen Kiviaq und Facilo.
Die Zusammenarbeit mit Kiviaq soll die Versorgung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten entlang der Bahnstrecken verbessern. Mit der Beteiligung an Facilo beabsichtigt Keio wiederum, den Kundenservice im Immobiliengeschäft auszubauen.
Gestern kündigte das Unternehmen zudem eine gemeinsame Sicherheitsinitiative mit weiteren Bahnbetreibern an. Die mehrmonatige Aktion soll das Herabfallen von Gegenständen auf die Gleise verhindern und den Zugverkehr verlässlicher machen.
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