Am Freitag erlebte die Keel-Aktie an der Nasdaq einen regelrechten Ansturm. Über 122 Millionen Papiere wechselten an einem einzigen Tag den Besitzer. Der Auslöser für dieses massive Volumen ist die offizielle Aufnahme in den Russell 3000 Index. Der Kurs stabilisierte sich zum Wochenende bei rund 6,00 US-Dollar.
Dieser Schlusskurs täuscht etwas über den schwachen Wochenverlauf hinweg. Noch am Montag erreichte das Papier ein Zwischenhoch von 7,37 US-Dollar. Danach setzte eine deutliche Korrektur ein. Erst die Index-Umschichtung am Freitag brachte neue Käufer in den Markt. Auf Monatssicht steht dennoch ein zweistelliges Kursplus auf der Anzeigetafel. Ende Mai notierte der Wert noch bei 5,13 US-Dollar.
Zwischen Kaufempfehlung und Verwässerungsangst
Rückenwind kommt von Analystenseite. Die Bank Citizens startete die Bewertung am Mittwoch mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 10,00 US-Dollar. Dem steht jedoch die Skepsis vieler Investoren gegenüber. Im Zentrum der Kritik steht eine frische Wandelanleihe über 458 Millionen US-Dollar.
Die Papiere laufen bis 2032 und verzinsen sich mit 1,25 Prozent. Der Wandlungspreis liegt bei 7,41 US-Dollar. Anleger fürchten hier eine künftige Verwässerung ihrer Anteile. Keel versucht dieses Risiko durch spezielle Optionen zu begrenzen.
KI-Fantasie trifft auf rote Zahlen
Operativ setzt das Management voll auf künstliche Intelligenz. Eine Pipeline für Rechenzentren mit 2,2 Gigawatt Leistung soll das künftige Wachstum sichern. Das alte Kerngeschäft schrumpft parallel dazu rapide. Im ersten Quartal fielen die Einnahmen hier um 23 Prozent auf 37 Millionen US-Dollar.
Unter dem Strich stand ein operativer Verlust von 98 Millionen US-Dollar. Die Folge: Das Management braucht schnell neue Einnahmen. Die Kassen sind vorerst aber gut gefüllt. Das Unternehmen verfügt über Barmittel von 336 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen ungebundene Bitcoin-Bestände im Wert von knapp 200 Millionen US-Dollar.
Charttechnik und Ausblick
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Die nächste Unterstützung liegt beim Freitags-Tief von 5,50 US-Dollar. Nach oben blockiert ein Widerstand bei etwa 6,15 US-Dollar den Weg. Der Kurs pendelt aktuell genau zwischen den kurzfristigen gleitenden Durchschnitten.
Der Index-Effekt ist nun eingepreist. Ab Montag zählt wieder das fundamentale Geschäft. Das Management muss beweisen, dass es die geplanten Rechenzentren in verbindliche Mietverträge umwandeln kann. Gelingt das nicht, dürfte der Druck auf die Aktie schnell wieder zunehmen.
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