Ein Nischenplayer der Halbleiterbranche sorgt für Aufsehen – und zwar in beide Richtungen.
Am heutigen Freitag fällt die Kalray-Aktie um 9,3 Prozent auf 8,47 Euro. Damit notiert der Titel unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,30 Euro. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 15,78 Euro beträgt der Absatz knapp 46 Prozent.
Der Jahresverlauf bleibt dennoch extrem. Seit Januar legte die Aktie um fast 590 Prozent zu.
Befreiung vom Ballast
Kalray hat sich grundlegend neu aufgestellt. Das französische Unternehmen konzentriert sich heute auf seine DPU-Prozessoren (Data Processing Units). Diese Chips entlasten CPUs und GPUs, indem sie Datenströme parallel verarbeiten.
Die „Data Acceleration Platform“ verkaufte Kalray im Februar 2025. Der Schritt zahlte sich aus. Der Umsatz im operativen Halbleiter-Kern vervierfachte sich auf 14,3 Millionen Euro – nach 3,6 Millionen Euro im Vorjahr.
Noch deutlicher ist die Ergebniswende. Das bereinigte EBITDA lag 2025 bei plus 4,6 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor stand noch ein Minus von 8,2 Millionen Euro.
Stützen konnte sich Kalray auf eine Lizenzpartnerschaft, die Teile des geistigen Eigentums einbrachte.
Wachstum in Nischenmärkten
Das Unternehmen operiert in einem Wachstumssegment. Künstliche Intelligenz benötigt immer mehr spezialisierte Rechenleistung. Kalrays DPU-Technologie adressiert Datenzentren, KI-Fabriken, Telekommunikation, Raumfahrt und Verteidigung.
Dabei geht es um Tempo und Effizienz. Die Chips sollen Infrastruktur besser auslasten und den Energieverbrauch senken. Ein Thema, das mit jeder neuen KI-Generation an Bedeutung gewinnt.
Für 2026 stellt Kalray ein zweistelliges Umsatzwachstum in Aussicht. Das EBITDA soll sich weiter verbessern. Der Markt wartet nun auf konkrete Aufträge und neue Kundenverträge.
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