Der Höhenflug von Kalray hat einen Dämpfer bekommen. Die Aktie des französischen Halbleiterspezialisten verlor am Freitag 11,21 Prozent und schloss bei 11,72 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 8,44 Prozent.
Überraschend kommt der Rücksetzer nicht. Der Kurs hatte sich zuvor in atemberaubendem Tempo nach oben bewegt – plus 854 Prozent seit Jahresbeginn. Am 1. Juni markierte die Aktie bei 15,78 Euro ihr 52-Wochen-Hoch. Davon ist sie nun gut 26 Prozent entfernt.
Analysten werden vorsichtiger
Die Stimmung trübt sich ein. Analysten haben ihre Umsatzschätzung für das Geschäftsjahr 2024 um 11 Prozent nach unten korrigiert. Gleichzeitig stiegen die prognostizierten Verluste. Solche Revisionen verunsichern Anleger – besonders nach einer Rallye dieser Dimension.
Hinzu kommt: Das Handelsvolumen ist dünn, die Kurse reagieren heftig auf jede neue Information. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 128 Prozent. Kalray bleibt ein Hochrisikopapier.
Die Trendwende steht
Dabei hat sich die operative Lage zuletzt verbessert. Für 2025 meldete das Unternehmen ein positives EBITDA von 4,6 Millionen Euro – nach einem Verlust von 8,2 Millionen Euro im Vorjahr. Auch der freie Cashflow drehte ins Plus: 2,3 Millionen Euro nach negativem Vorjahreswert.
Der Konzernumsatz sank von 24,8 auf 16,5 Millionen Euro. Der Grund: Kalray hatte im Februar 2025 seine Sparte „Data Acceleration Platform“ verkauft. Das verbliebene Halbleitergeschäft vervierfachte den Umsatz auf 14,3 Millionen Euro – getrieben unter anderem durch eine Partnerschaft mit Openchip.
Im Februar 2026 zog Kalray zudem einen Schlussstrich unter die Zusammenarbeit mit IRIS. Von einer vereinbarten Kapitallinie in Höhe von 10 Millionen Euro hatte das Unternehmen sechs Millionen gezogen, die restlichen vier Millionen ließ es verfallen. Ein Signal des Managements: Wir brauchen kein frisches Geld mehr.
Die Aktie notiert aktuell knapp 48 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 7,90 Euro. Die technische Korrektur der vergangenen Tage könnte daher noch nicht abgeschlossen sein. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 200 Millionen Euro bleibt Kalray ein volatiler Titel, dessen Kurs stark von Stimmung und neuen Nachrichten abhängt.
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