JPMorgan-Aktie: Millionenstrafe verhängt!

Die EZB belegt die US-Großbank mit einer Geldbuße von 12,2 Millionen Euro. Grund sind jahrelang falsch gemeldete Risikowerte, die ein verzerrtes Bild der Finanzstabilität erzeugten.

Auf einen Blick:
  • EZB verhängt Strafe von 12,2 Millionen Euro
  • Falsche Meldungen zu Risikoaktiva über Jahre
  • Vorwurf der groben Fahrlässigkeit erhoben
  • Zweite hohe Geldbuße binnen kurzer Zeit

Die Europäische Zentralbank macht ernst: Mit einer Geldstrafe von insgesamt rund 12,2 Millionen Euro belegt die EZB-Bankenaufsicht die US-Großbank JPMorgan. Der Vorwurf wiegt schwer – über Jahre hinweg soll das Institut falsche Angaben zu seinen Kapitalanforderungen gemacht haben.

Zwischen 2019 und 2024 meldete JPMorgan SE systematisch niedrigere risikogewichtete Aktiva an die Aufseher, als eigentlich erforderlich gewesen wäre. Die Folge: Die Bankenaufsicht erhielt ein verzerrtes Bild vom tatsächlichen Risikoprofil der Bank. Risikogewichtete Aktiva dienen als Grundlage für die Berechnung der Kapitalanforderungen – eine zentrale Kennzahl für die Stabilität eines Kreditinstituts.

Grobe Fahrlässigkeit bescheinigt

Die EZB zeigt sich ungewöhnlich deutlich in ihrer Kritik. Das Geldinstitut habe die Verstöße „aufgrund offensichtlicher Mängel in ihren internen Prozessen mit grober Fahrlässigkeit begangen“. Besonders brisant: Durch die zu niedrig angesetzten Werte meldete JPMorgan höhere Kapitalquoten als angebracht – und erweckte damit den Eindruck größerer Widerstandsfähigkeit gegen Verluste.

Die Aufsichtsbehörde bemängelte zudem, dass interne Kontrollen die Verstöße nicht rechtzeitig aufgedeckt hätten. JPMorgan kann die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten.

Kein Einzelfall

Ein Sprecher von JPMorgan kontert mit Schadensbegrenzung: Man habe die Probleme „proaktiv identifiziert und selbst gemeldet“. Die Mängel seien vollständig behoben, die Kapitalpuffer durchweg stark geblieben.

Doch das Timing ist denkbar ungünstig. Erst im Herbst 2025 verhängte die deutsche Finanzaufsicht BaFin eine Rekordstrafe von rund 45 Millionen Euro gegen die Amerikaner – wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention. Zwei Strafen binnen weniger Monate – das kratzt am Image einer Systembank.

Im NYSE-Handel reagiert die JPMorgan-Aktie mit einem Minus von 0,37 Prozent auf 306,90 Dollar. Die Strafe selbst dürfte den Konzern finanziell kaum belasten. Bedenklicher ist die Serie regulatorischer Verfehlungen, die Fragen zur Compliance-Kultur aufwirft.

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