JPMorgan-Aktie: Milliarden-Schuldenberg unter Kriegsbedingungen!

JPMorgan Chase will über 30 Milliarden Dollar für Übernahmen aufnehmen, obwohl CEO Dimon vor einem schwierigen Kreditzyklus warnt und der US-Iran-Konflikt die Märkte belastet.

Auf einen Blick:
  • JPMorgan bereitet Emission von über 30 Milliarden Dollar Junk Bonds und Leveraged Loans vor
  • Deals für Electronic Arts, Sealed Air und Qualtrics starten trotz US-Iran-Krieg
  • CEO Jamie Dimon warnt seit Wochen vor saurem Kreditzyklus
  • Investoren könnten von günstigen Einstiegspreisen profitieren

Die Aktie von JPMorgan Chase bewegte sich in den vergangenen Tagen in einem herausfordernden Umfeld. Während die Bank sich darauf vorbereitet, Schuldtitel im Wert von mehr als 30 Milliarden Dollar zu platzieren, verschärft sich die geopolitische Lage durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Die geplanten Emissionen sollen Übernahmen von Electronic Arts, Sealed Air und der Softwarefirma Qualtrics finanzieren.

Der Zeitpunkt erscheint bemerkenswert, denn CEO Jamie Dimon warnt seit Wochen vor einem sich eintrübenden Kreditzyklus. Er sprach gegenüber Bloomberg davon, dass manche Firmen „dumme Dinge“ täten, um die Profitabilität zu steigern. Zudem habe das Auftauchen einer „Kakerlake“ am Markt meist weitere zur Folge. Die Bänker der Großbank setzen dennoch darauf, dass Investoren über die aktuellen Schlagzeilen hinwegsehen und den Wert der Angebote erkennen.

Anleger könnten von Marktturbulenzen profitieren

Wayne Dahl, Managing Director und Co-Portfoliomanager bei Oaktree Capital Management, sieht durchaus Chancen in der aktuellen Situation. „Wenn große Deals kommen, werden sie manchmal mit einem Abschlag angeboten, und das kann oft zu Gelegenheiten für Investoren führen“, erklärte er. Bei Electronic Arts beispielsweise dürften Kreditgeber die Möglichkeit erhalten, Schulden zu 98,5 bis 99 Cent pro Dollar zu erwerben. Sollten sich die Marktbedingungen verschlechtern, könnten die Banken gezwungen sein, die Preise weiter zu senken.

Ein weiterer Faktor spricht für die Platzierung: Etwa 17,5 Milliarden Dollar fließen gerade aus zwei Unternehmen von Elon Musk an Kreditgeber zurück. Dieses frische Kapital könnte die Nachfrage nach neuen Deals stützen. Michael Levitin, Portfoliomanager bei MidOcean Partners, betonte zudem, dass institutionelle Investoren „liquide, skalierbare Engagements“ benötigten. Vor dem Start der Vermarktung hatte JPMorgan bereits die größten Akteure der Branche nach Miami Beach eingeladen, um EA-CEO Andrew Wilson persönlich zu treffen. Diese Großinvestoren sollen jeweils mehr als 500 Millionen Dollar abnehmen.

Nicht alle Transaktionen finden gleich viel Anklang

Allerdings zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass nicht alle geplanten Deals auf gleiches Interesse stoßen. Der Qualtrics-Deal findet laut Personen mit Kenntnis der Gespräche weniger Zuspruch als die Transaktionen für Electronic Arts und Sealed Air. Die beteiligten Banken testen den Markt daher zunächst mit den beiden letztgenannten Deals, bevor sie sich an schwierigere Platzierungen wagen.

Christopher Gerry, Leiter der globalen Kapitalmärkte für Schuldtitel bei TD Securities, fasste die Strategie zusammen: „Es ist vielleicht nicht das ideale Umfeld, aber es ist wichtiger, Sicherheit beim Kapital zu bekommen. Man sollte nicht zulassen, dass Perfektion dem ‚Sehr Gut‘ im Weg steht.“ Diese Woche nutzten bereits Emittenten mit Investment-Grade-Rating ein kurzes Zeitfenster der Ruhe, um Anleihen im Wert von fast 115 Milliarden Dollar zu platzieren.

Wie lange dieses Fenster offen bleibt, lässt sich kaum vorhersagen. Der Krieg könnte sich hinziehen und Inflation sowie Konsumausgaben belasten. Anleger stehen vor der Frage, wie sie attraktive Konditionen gegen unkalkulierbare geopolitische Risiken abwägen. Die kommenden Tage dürften zeigen, wie groß der Appetit auf hochverzinsliche Schulden wirklich ist.

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