Die Aktie steckt seit Wochen in einer engen Range zwischen 350 und 360 Dollar – nach einem fulminanten Lauf von 285 auf zeitweise 365 Dollar seit Juni. Jetzt richtet sich der Blick auf die Marke von 360 Dollar. Ein nachhaltiger Sprung darüber gilt charttechnisch als Kaufsignal mit Potenzial bis etwa 375 Dollar.
Untermauert wird die positive Chartlage von robusten operativen Zahlen. Im zweiten Quartal 2026 legten die bereinigten Erträge um 14,8 Prozent zu, der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 23,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Investmentbanking, Aktienkapitalmärkte und das Kartengeschäft trieben das Wachstum. Das verwaltete Vermögen liegt inzwischen bei mehr als vier Billionen Dollar – ein Beleg für die Marktstellung im Asset- und Wealth-Management.
Makro-These aus dem eigenen Haus
Abseits der Charttechnik liefert JPMorgan derzeit auch eine bemerkenswerte Markteinschätzung: Jacob Manoukian, US-Investmentstratege bei JPMorgan Private Bank, sieht im Anstieg der langfristigen Anleiherenditen nicht nur Inflationssorgen oder wachsende Staatsschulden am Werk. Der Markt könnte stattdessen einen produktivitätssteigernden Schub durch KI-Investitionen einpreisen.
Besonders interessant: Trotz einer Korrektur von mehr als 20 Prozent bleibt das Haus für Halbleiterwerte positiv gestimmt. Der Abschlag zwischen zukünftigen und vergangenen Umsatzmultiplikatoren hat sich auf 40 bis 50 Prozent ausgeweitet, üblich seien eher 20 Prozent – ein Zeichen dafür, dass der Markt bereits schwächere Gewinne einpreist, die laut Manoukian noch gar nicht erreicht sind.
Der KI-Investitionsboom treibt derweil die Verschuldung der großen Tech-Konzerne. KI-bezogene Anleiheemissionen haben in diesem Jahr bereits 220 Milliarden Dollar überschritten, doppelt so viel wie im Vorjahr. Die gesamte US-Unternehmensanleiheemission liegt bei 1,68 Billionen Dollar, ein Plus von fast 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Bewertung bleibt anspruchsvoll
Die Kombination aus starken operativen Zahlen und einer selbstbewussten Markteinschätzung zur KI-Rally stützt das bullische Bild. Gleichzeitig gilt die Bewertung der Aktie als ambitioniert – sie notiert bereits deutlich über früheren fairen Wertschätzungen, die zuletzt auf 320 Dollar angehoben wurden.
Fällt der Kurs dagegen nachhaltig unter die Unterstützung bei rund 350 Dollar, wäre das Ausbruchsszenario zunächst vom Tisch. Dann rückt der 50er-EMA bei etwa 345 Dollar als nächste Auffanglinie in den Blick, darunter eine mögliche Korrekturzone zwischen 335 und 340 Dollar.
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