Johnson Matthey-Aktie: Desaster!

Der Verkauf der Catalyst Technologies-Sparte an Honeywell wird um 26% billiger.

Auf einen Blick:
  • Verkaufspreis wird von 1,8 auf 1,33 Milliarden Pfund gesenkt
  • Aktie verliert über 17 Prozent an Wert
  • Rückzahlung an Aktionäre sinkt von 1,6 auf 1 Milliarde Pfund
  • Deal-Abschluss wird auf Ende August verschoben

Die Nachricht traf die Anleger von Johnson Matthey heute wie ein Hammerschlag. Die Aktie des britischen Chemiekonzerns stürzte um über 17 % ab und notierte bei 1.975 Pence. Der Grund ist schnell gefunden. Der bereits im Mai vergangenen Jahres vereinbarte Verkauf der Catalyst Technologies-Sparte an Honeywell wird nun deutlich günstiger über die Bühne gehen als ursprünglich geplant.

Statt der vereinbarten 1,8 Milliarden Pfund zahlt Honeywell jetzt nur noch 1,33 Milliarden Pfund. Das entspricht einem Abschlag von satten 26 %. Die Begründung klingt ernüchternd. Verschobene Projekte im Bereich nachhaltiger Lösungen und eine schwächere Profitabilität bei Katalysatoren haben die Einheit deutlich an Wert verlieren lassen. Bereits im November hatte Johnson Matthey einen Gewinnrückgang von 60 % für die Sparte gemeldet.

Der Deal wackelte gefährlich

Analysten von Jefferies zeigten sich dennoch erleichtert. Denn die Alternative hätte noch deutlich schlimmer ausfallen können. Honeywell hatte laut Bloomberg am Wochenende ernsthaft erwogen, den Deal komplett platzen zu lassen. Vor diesem Hintergrund ist die Preisreduzierung das kleinere Übel, auch wenn es für die Aktionäre schmerzhaft bleibt.

Johnson Matthey plant nun, nach Abschluss des Deals rund 1 Milliarde Pfund an die Aktionäre zurückzuzahlen. Ursprünglich waren 1,6 Milliarden Pfund vorgesehen gewesen. Auch der Zeitplan wurde angepasst. Statt im Februar soll der Verkauf nun bis Ende August abgeschlossen sein, vorbehaltlich kartellrechtlicher Genehmigungen.

Für Anleger bleibt jetzt vor allem Unsicherheit. Der Verkauf der Catalyst Technologies-Sparte ist ein zentraler Baustein der Strategie von Johnson Matthey, sich auf Kerngeschäfte wie Emissionsreduktionsprodukte zu konzentrieren. Doch der holprige Weg dorthin zeigt, wie schwierig die Neuausrichtung in einem schwachen Marktumfeld ist. Der Kurssturz von über 17 % markiert den stärksten Tagesverlust seit mehr als vier Jahren.

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