Mehrere Analysehäuser haben ihre Kursziele für Johnson & Johnson im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen nach oben korrigiert. Gestern zog die Bank of America nach und setzte ihr Kursziel von 263 auf 278 US-Dollar herauf, behielt die Einstufung jedoch auf „Neutral“.
Wenige Tage zuvor, am Dienstag, hatte bereits JPMorgan das Ziel von 270 auf 285 US-Dollar angehoben und das Votum ebenfalls mit „Neutral“ bestätigt. Im deutschen Handel spiegelt sich der anhaltende Zuspruch wider: Mit einem aktuellen Kurs von 234,25 Euro verzeichnet der US-Gesundheitskonzern seit Jahresanfang ein Plus von 33 Prozent.
Höhere Erwartungen an die Medikamenten-Pipeline
Auslöser für die jüngste Anpassung der Bank of America ist eine Befragung unter Dermatologen. Daraufhin hob die Bank die Spitzenumsatzprognose für den Wirkstoffkandidaten Icotyde zur Behandlung von Schuppenflechte deutlich an: Statt zuvor 2,4 Milliarden US-Dollar bei einem Marktanteil von 10 Prozent rechnen die Experten nun mit bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar Spitzenumsatz bei einem Marktanteil von 18 Prozent.
Andere Institute trauen dem Konzern noch größere Zuwächse zu. Einzelne Kaufempfehlungen an der Wall Street reichen mit ihren Kurszielen inzwischen bis zu 320 US-Dollar. Gestützt wird das Vertrauen auch durch jüngste Fortschritte in der Onkologie und Immunologie.
Am 25. September meldete der Konzern positive klinische Daten für die Präparate Tremfya und Carvykti. Dieser Wandel im Portfolio gewinnt an Dringlichkeit, da etablierte Blockbuster unter Druck stehen.
Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Erlös von Tremfya zwar auf 2,0 Milliarden US-Dollar, während das ältere Schuppenflechte-Mittel Stelara jedoch einen Umsatzeinbruch von 55,7 Prozent hinnehmen musste.
Belastungstest am 13. Oktober
Klarheit über das tatsächliche operative Tempo erhalten Anleger in knapp zwei Wochen. Johnson & Johnson wird die Finanzergebnisse für das dritte Quartal am 13. Oktober vor der New Yorker Börsenöffnung vorlegen.
Die Konsensschätzungen der Analysten rechnen mit einem leichten Gewinnrückgang auf 2,48 US-Dollar je Aktie, verglichen mit 2,80 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Beim Quartalsumsatz wird hingegen ein Zuwachs auf 25,31 Milliarden US-Dollar nach 23,99 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr erwartet.
Der Konzern geht mit soliden Vorgaben in die Veröffentlichung. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management unverändert einen Gewinn je Aktie in der Spanne von 11,60 bis 11,75 US-Dollar an.
Langfristig orientierte Investoren stützen sich zudem auf die verlässliche Dividendenhistorie: Der Konzern hat seine Ausschüttung seit 64 Jahren in Folge erhöht. Bei einem Abstand von 3,4 Prozent zum 52-Wochen-Hoch wird der anstehende Quartalsbericht zeigen, ob das fundamentale Zahlenwerk den jüngsten Kursanstieg untermauern kann.
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