Joby Aviation hat auf der Farnborough International Airshow einen verbindlichen Vertrag mit Virgin Atlantic unterzeichnet. Die Vereinbarung macht die britische Fluggesellschaft zum exklusiven Airline-Partner für Joby’s Flugtaxi-Dienste im Vereinigten Königreich. Was 2025 als lose Partnerschaft angekündigt wurde, ist damit ein festes Geschäftsabkommen.
Der Deal fügt sich in ein größeres Geflecht ein. Delta Air Lines, das bereits seit 2022 exklusiv mit Joby für Community-to-Airport-Verbindungen in den USA und UK kooperiert, hält 49 Prozent an Virgin Atlantic. Damit verzahnt Joby drei Marken, die alle auf schnellere und bequemere Reiseverbindungen setzen. Delta und Virgin Atlantic fliegen zudem gemeinsam ein transatlantisches Streckennetz – die neue UK-Partnerschaft ergänzt dieses Geschäft, statt es zu konkurrenzieren.
London und Manchester als erste Stationen
Virgin Atlantic wird Joby’s Flugtaxi-Service in seine Buchungsplattformen integrieren, inklusive App und Website. Reisende sollen künftig Anschlussflüge mit dem Flugtaxi direkt neben ihrem Langstreckenflug buchen können. Die ersten Verbindungen sollen an den Virgin-Atlantic-Hubs London Heathrow und Manchester starten, wobei Manchester als Ankerpunkt für Verbindungen in Nordengland dienen soll.
Konkret geplant sind Routen wie Manchester Airport nach Leeds in etwa 15 Minuten und Heathrow ins Zentrum von London in nur acht Minuten – Strecken, für die man heute mit dem Auto über eine Stunde braucht. Joby bleibt für Flugbetrieb, Streckenmanagement und die Zulassung durch die britische Luftfahrtbehörde CAA verantwortlich. Virgin Atlantic übernimmt dafür die Integration der Infrastruktur und die Kundenansprache an beiden Standorten.
Zertifizierung läuft parallel
Joby’s Fluggerät nutzt sechs kippbare Propeller für senkrechten Start und Landung und ist für Strecken bis etwa 160 Kilometer ausgelegt. Die Zertifizierung in Großbritannien läuft über das bilaterale Luftfahrtsicherheitsabkommen zwischen der US-Behörde FAA und der britischen CAA – aufbauend auf einem Validierungsantrag, den Joby bereits 2022 gestellt hatte. Das Unternehmen verweist zudem auf Tausende Testflüge, darunter jüngste Demonstrationen in San Francisco und eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen dem JFK Airport und Manhattan in New York.
Ein maßstabsgetreues Modell des Fluggeräts war Anfang Juli bereits am Potters Fields Park in London zu sehen, direkt gegenüber der Tower Bridge – Besucher konnten dort ins Cockpit steigen. Der Netzwerkausbau über London und Manchester hinaus auf weitere britische Städte ist als längerfristiges Ziel angekündigt, ohne dass Joby dafür bislang ein konkretes Datum genannt hat.
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