Der chinesische Magnetproduzent Jl Mag Rare Earth meldet für die erste Jahreshälfte 2026 einen kräftigen Gewinnanstieg. Treiber sind die boomende Robotik-Branche und der E-Auto-Sektor. Die Aktie legt deutlich zu.
Mit einem Plus von 7,89 Prozent notiert das Papier am Donnerstag bei 2,05 Euro. Damit liegt es rund 15 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,78 Euro. Der Abstand zum Hoch bei 3,27 Euro beträgt allerdings noch 37 Prozent.
Gewinnwachstum beschleunigt sich
Der Nettogewinn soll zwischen 400 und 460 Millionen RMB liegen. Das entspricht einem Anstieg von 31 bis 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Sondereffekte fällt das Plus noch deutlicher aus: 57 bis 83 Prozent.
Besonders stark war das zweite Quartal. Allein in den drei Monaten bis Juni verdiente JL Mag voraussichtlich 207 bis 267 Millionen RMB. Das ist ein Plus von bis zu 85 Prozent. Das Unternehmen profitiert von einer optimierten Produktmischung und höheren Kapazitäten.
Robotik als Wachstumstreiber
Der Bereich Robotik und Industrie-Servomotoren legte um 90 Prozent zu. JL Mag hat die Prototypenphase für Motoren-Rotoren hinter sich gelassen. Diese Komponenten sind speziell für humanoide Roboter konzipiert. Erste Kleinserien werden bereits ausgeliefert.
Die Sparte New Energy Vehicles wuchs parallel um rund 30 Prozent. Damit steht JL Mag auf zwei Beinen: etablierte Automobilkunden und vielversprechende Roboteranwendungen. Der Gesamtumsatz des Konzerns dürfte im ersten Halbjahr um etwa 30 Prozent gestiegen sein.
Rohstoffversorgung gesichert
Parallel sichert sich das Unternehmen den Zugang zu kritischen Rohstoffen. JL Mag übernimmt einen Anteil von 9,24 Prozent an der Baotou Rare Earth Products Exchange. Die Kosten liegen bei rund 22 Millionen RMB. Neodym und Dysprosium sind essenziell für die Magnetproduktion.
Der Markt hilft dabei. Chinas verschärfte Exportkontrollen für schwere Seltene Erden haben das Angebot verknappt. Der Rare Earth Price Index kletterte am 2. Juli auf 267,6 Punkte — ein Zeichen für die Erholung der Rohstoffpreise.
Ausblick
Analysten sehen vor allem in der Lieferkette für humanoide Roboter weiteres Potenzial. JL Mag integriert derzeit 20.000 Tonnen neue Produktionskapazität. Die offiziellen Zahlen zum ersten Halbjahr werden im Spätsommer erwartet. Dann zeigt sich, ob die Dynamik anhält — und wie sich Handelskonflikte auf das Exportgeschäft auswirken.
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