Der Verlust schrumpft, die Marge springt, und obendrein wechselt der Finanzchef. JinkoSolar, das sich inzwischen Jinko Holdings nennt, legt Q3-Zahlen vor, die vor allem im Vergleich zum Vorquartal auffallen.
Marge verdreifacht sich
Die Bruttomarge stieg auf 12,3 Prozent, nach 4,2 Prozent im zweiten Quartal und 7,3 Prozent vor einem Jahr. Der Bruttogewinn lag bei 1,67 Milliarden Yuan. Treiber waren laut Unternehmen sinkende Kosten in den Hocheffizienzlinien, ein höherer Anteil effizienter Module und das margenstärkere Speichergeschäft.
Der Umsatz erreichte 13,62 Milliarden Yuan und legte gegenüber dem Vorquartal um gut zehn Prozent zu. Zum Vorjahr fehlen allerdings knapp 16 Prozent, weil die Modulauslieferungen auf 15,0 Gigawatt sanken. Das sind 25 Prozent weniger als vor einem Jahr. Rund 70 Prozent gingen ins Ausland.
Der den Aktionären zurechenbare Nettoverlust schrumpfte auf 170 Millionen Yuan, nach knapp 700 Millionen im zweiten Quartal. Bereinigt um Sondereffekte blieb nahezu ein Nullergebnis von minus 7,9 Millionen Yuan. Das operative Ergebnis rutschte mit minus 80 Millionen Yuan fast auf die Nulllinie.
Speicher und neue Module
Das Speichergeschäft liefert spürbar Substanz. Im Quartal erfasste der Konzern 1,75 Gigawattstunden als Umsatz, so viel wie im gesamten Jahr 2025. Für 2026 peilt das Management rund 10 Gigawattstunden an.
Bei den Modulen setzt Jinko auf Effizienz. Die Tiger-Neo-3.0-Reihe kam auf mehr als 5 Gigawatt und erzielt einen Aufpreis von etwa einem US-Cent je Watt. Neu ist zudem ein schwarzes Wohnhausmodul der Reihe Tiger Neo 5.0 mit bis zu 25,52 Prozent Wirkungsgrad. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern 16 bis 18 Gigawatt Auslieferungen.
Schulden bleiben hoch, Führung wechselt
Die Bilanz zeigt die Last der Branchenkrise. Die verzinslichen Schulden betragen 45,15 Milliarden Yuan, die Liquidität sank auf 15,56 Milliarden Yuan. Die Lagerbestände wuchsen auf 17,61 Milliarden Yuan.
Parallel zu den Zahlen meldete das Unternehmen einen Wechsel an der Finanzspitze. Finanzchef Mengmeng Li trat zurück, ohne dass es nach Unternehmensangaben Differenzen gab. Kun Zhang, seit August Finanzdirektor, übernimmt kommissarisch. Gen Miao, Marketingchef der Tochter Jiangxi Jinko, rückt in den Verwaltungsrat. Wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft erwartet das Unternehmen nicht.
Strategisch öffnet sich der Konzern weiter für Investments in KI und Halbleiter. Im dritten Quartal flossen rund 330 Millionen Yuan in neue Beteiligungen. Das Portfolio hat einen Zeitwert von etwa 2,05 Milliarden Yuan, schlug im Quartal aber mit einem Bewertungsverlust von 167,5 Millionen Yuan zu Buche.
Den nächsten Maßstab setzt das vierte Quartal: Gelingt die angepeilte Spanne von 16 bis 18 Gigawatt bei stabiler Marge, wäre die Verbesserung kein Einmaleffekt.
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