Die Aktie von JinkoSolar steht unter erheblichem Verkaufsdruck und hat am gestrigen Montag einen weiteren Rückschlag verkraftet. Mit einem Minus von 6,4 % schloss das Papier bei 10,90 € und bewegt sich damit gefährlich nahe an seinem 52-Wochen-Tief.
Grund für die jüngste Schwächeperiode ist eine Kombination aus enttäuschenden Quartalsergebnissen, einer drastischen Senkung der Jahresziele sowie einem Wechsel im Management, der die Anleger am vergangenen Mittwoch verschreckte.
Margendruck und reduzierte Auslieferungsziele belasten
In seinem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Bericht zum zweiten Quartal 2026 wies der Solarmodul-Hersteller einen Umsatz von 12,36 Milliarden RMB aus. Das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück, insbesondere beim bereinigten Verlust, der sich auf 13,19 RMB pro American Depositary Share (ADS) belief.
Besonders besorgniserregend werteten Marktteilnehmer den Rückgang der Bruttomarge auf lediglich 4,2 %. Laut Angaben des Unternehmens spiegelt dieses Niveau den intensiven Preiswettbewerb auf dem globalen Solarmarkt und den anhaltenden Preisverfall bei Modulen wider. In diesem Umfeld lieferte der Konzern im Berichtsquartal PV-Module mit einer Gesamtkapazität von 15.961 Megawatt aus.
Besonders schwer wog die gleichzeitige Anpassung der Zukunftsaussichten. JinkoSolar kürzte die Prognose für die Modulauslieferungen im Gesamtjahr 2026 deutlich. Statt der ursprünglich angepeilten Spanne von 75 bis 85 Gigawatt erwartet das Management nun nur noch 60,0 bis 70,0 Gigawatt.
Für das laufende dritte Quartal gab das Unternehmen ein Ziel von 15,0 bis 17,0 Gigawatt aus. Diese Revision verdeutlicht die aktuelle Schwäche im Marktumfeld und dämpft die Hoffnung auf eine zeitnahe operative Wende.
Strategischer Umbau an der Konzernspitze
Parallel zu den Geschäftszahlen verkündete JinkoSolar einen sofortigen Wechsel an der Spitze des Unternehmens. Wei „Dimi“ Du übernahm mit Wirkung vom vergangenen Mittwoch den Posten des CEO. Er tritt die Nachfolge des Firmengründers Xiande Li an, der von seiner Rolle als Chief Executive Officer zurücktrat.
Li bleibt dem Konzern jedoch erhalten und wird weiterhin die Funktion des Chairman of the Board ausüben. Ein solcher Führungswechsel in einer Phase operativer Herausforderungen sorgt an der Börse oft für zusätzliche Unsicherheit bezüglich der künftigen strategischen Ausrichtung.
Erlöse aus Anteilsverkauf in den USA
Ein finanzieller Lichtblick in der Bilanz war die Veräußerung von Anteilen an der US-Tochtergesellschaft. Medienberichten zufolge verkaufte JinkoSolar einen Anteil von 75,1 % für 191,5 Millionen US-Dollar in bar. Diese Transaktion generierte einen Vorsteuergewinn von 236,6 Millionen RMB.
Abseits des Kerngeschäfts mit Modulen meldete die Tochtergesellschaft Jinko ESS Erfolge bei Energiespeicherprojekten im Nahen Osten, unter anderem in Kooperation mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).
Dennoch dominieren die Sorgen um den Margenverfall und die reduzierte Nachfrage das Bild an den Märkten. Seit Beginn des Jahres hat die Aktie bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.
Durch die Kursverluste zum Wochenstart beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Tief nur noch 0,6 %. Anleger werden nun genau beobachten, ob die neue Führung unter Wei Du in der Lage ist, den negativen Trend bei den Modulpreisen durch Kosteneffizienz oder neue Absatzwege aufzufangen.
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