JinkoSolar Aktie: 600 MW für Nigeria

JinkoSolar veröffentlicht Q2-Zahlen am 26. August. Zuvor sicherte sich der Konzern Großaufträge in Nigeria und Tadschikistan und treibt Speicherprojekte voran.

Auf einen Blick:
  • Q2-Bericht erscheint am 26. August
  • 600-MW-Deal für Nigeria abgeschlossen
  • 300-MW-Liefervertrag mit Tadschikistan
  • Speicherprojekt im Nahen Osten fertiggestellt

JinkoSolar bereitet sich auf die Bekanntgabe seiner ungeprüften Finanzergebnisse für das zweite Quartal vor. Wie das Unternehmen per Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bestätigte, erfolgt die Veröffentlichung am 26. August vor Beginn des US-Handels.

Parallel zu den Vorbereitungen auf den Quartalsbericht treibt der Konzern seine internationale Expansion mit massiven Lieferverträgen in Nigeria und Tadschikistan sowie neuen Speicherprojekten im Nahen Osten voran.

Ausblick auf die Quartalsbilanz am 26. August

Die kommenden Finanzergebnisse stehen im Fokus der Anleger, da JinkoSolar für den Zeitraum bis zum 30. Juni Einblicke in die aktuelle Profitabilität gewährt. Analysten rechnen Medienberichten zufolge im Durchschnitt mit einem Verlust von 0,75 US-Dollar pro Aktie.

Der Umsatz wird für das abgelaufene Quartal auf rund 2,166 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Geschäftsführung wird die Details zur operativen Entwicklung am kommenden Mittwoch in einer Telefonkonferenz erläutern.

Das Marktumfeld bleibt dabei herausfordernd, auch aufgrund geopolitischer Spannungen. So erließ das chinesische Handelsministerium am 5. August Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Unternehmen, darunter Exportbeschränkungen für bestimmte Komponenten, was als Reaktion auf US-Importverbote für fortschrittliche Roboter und Wechselrichter gewertet wird.

Expansionskurs in Nigeria und Tadschikistan

Operativ konnte JinkoSolar zuletzt bedeutende Erfolge bei der Auftragsgewinnung vermelden. Gestern gab das Unternehmen den Abschluss einer Liefervereinbarung über 600 Megawatt (MW) Photovoltaik-Module bekannt. Diese sind für Solaranlagen auf Hausdächern in Nigeria vorgesehen und unterstreichen die Wachstumsambitionen auf dem afrikanischen Kontinent.

Bereits am Donnerstag unterzeichnete der Konzern zudem einen Vertrag über 300 MW mit einem Kunden aus Tadschikistan. Dabei handelt es sich um die Lieferung der Tiger Neo 3.0 N-Type TOPCon-Module für das erste große Photovoltaik-Projekt des Landes im Versorgungsmaßstab.

Die technologische Weiterentwicklung wird zusätzlich durch eine Nominierung am 10. August unterstrichen: Die Module der Serie Tiger Neo 3.0 schafften es auf die engere Auswahl für das jährliche Beschaffungsprogramm von Shenzhen Energy für hocheffiziente PV-Technik.

Technologische Meilensteine und Speichersysteme

Neben dem Modulgeschäft stärkt JinkoSolar seine Position im Bereich der Energiespeicherung. Die Tochtergesellschaft Jinko ESS meldete heute den Abschluss eines vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) finanzierten Projekts im Nahen Osten. Zum Einsatz kommt dabei das SunTera AC-Coupled BESS-System in Kombination mit 250 Kilowatt Tiger Neo Modulen, um eine Ladestation für Elektrobusse mit grünem Strom zu versorgen.

Auch in der Forschung erzielt das Unternehmen Fortschritte. Am Donnerstag wurde bekannt, dass JinkoSolar in Zusammenarbeit mit der Soochow University den WITec Paper Award 2026 in Gold erhalten hat. Die Auszeichnung würdigt Untersuchungen zu Defekten in Silizium-Solarzellen mittels Raman-Spannungsmikroskopie.

Marktlage und Analysteneinschätzung

An der Börse spiegeln sich die operativen Erfolge bisher nur bedingt wider. Die Aktie notiert heute bei 14,10 € und hat seit Jahresanfang ein Minus von 38 % verzeichnet. Mit dem aktuellen Kursniveau bewegt sich das Papier deutlich unter den längerfristigen Trends; die Notierung liegt 29 % unter dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Die Analystenhäuser zeigen sich vor den Zahlen vorsichtig optimistisch. Zacks Investment Research vergab für JinkoSolar basierend auf acht Maklerhäusern mit Stand vom 18. August eine durchschnittliche Empfehlung von 2,75, was einer Einstufung als „Hold“ entspricht.

Auch institutionelle Investoren passten zuletzt ihre Positionen an: Wie aus Pflichtmitteilungen für das zum 30. Juni endende Quartal hervorgeht, legten unter anderem die National Bank of Canada und die Russell Investments Group ihre aktuellen Beteiligungsverhältnisse an dem Solarkonzern offen.

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