JinkoSolar bereitet sich auf die Veröffentlichung seiner ungeprüften Finanzergebnisse für das zweite Quartal vor. Am kommenden Mittwoch wird der Konzern die Zahlen vor der Eröffnung der US-Börsen präsentieren und im Anschluss die Details in einer Telefonkonferenz erläutern. Die Anleger blicken mit Spannung auf die Bilanz, während der Schlusskurs am Freitag bei 13,56 € lag. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits ein Minus von 40 % verzeichnet.
Analysten mahnen zur Vorsicht bei Margen und Verschuldung
Im Vorfeld der Bilanzvorstellung zeigen sich Marktbeobachter zurückhaltend. Am Donnerstag bestätigte Zacks Investment Research eine neutrale Empfehlung mit der Einstufung „Hold“. Diese Einschätzung deckt sich mit Berichten vom 14. August, in denen Experten auf bestehenden Margendruck und die hohe Verschuldung des Solarunternehmens verwiesen. Das durchschnittliche Kursziel wird derzeit im Bereich von 24 US-Dollar gesehen.
Die Skepsis wird durch die Kursentwicklung der letzten Monate genährt. Dennoch notiert der Wert aktuell wieder 7,3 % über seinem 52-Wochen-Tief. Investoren hoffen nun darauf, dass die am Mittwoch präsentierten Daten Anzeichen für eine Stabilisierung der Profitabilität liefern.
Starke Auftragslage in Afrika und Asien
Operativ meldete das Unternehmen zuletzt bedeutende Fortschritte im Projektgeschäft. Am Dienstag gab JinkoSolar den Abschluss eines Liefervertrages über 600 Megawatt an Photovoltaik-Modulen für Dachsolaranlagen in Nigeria bekannt. Dieser Großauftrag unterstreicht die Expansionsbestrebungen auf dem afrikanischen Kontinent, auch wenn konkrete Vertragssummen nicht genannt wurden.
Parallel dazu war das Unternehmen am vergangenen Mittwoch bei einer Ausschreibung in der chinesischen Provinz Hainan erfolgreich. Für ein 100-Megawatt-Hybrid-Projekt erhielt JinkoSolar den Zuschlag mit einem Gebotspreis von rund 87,61 Millionen Renminbi. Zugleich schlug die in Shanghai gelistete Tochtergesellschaft vor, den Wandlungspreis für ihre ausstehenden Wandelanleihen zu senken, um auf das veränderte Marktumfeld zu reagieren.
Technologischer Vorsprung und institutionelle Bewegungen
Trotz des volatilen Marktes setzt das Unternehmen weiterhin auf technische Innovationen. Die neue Modulserie Tiger Neo 3.0 erreichte in Tests eine Ausgangsleistung von 670 Watt sowie einen Wirkungsgrad von 24,8 %. Damit erfüllte die Serie als erste die neuen chinesischen Effizienzstandards. Diese technologische Positionierung sicherte JinkoSolar am 11. August erneut das höchste „AAA“-Rating im Bankability-Bericht von PV Tech – eine Auszeichnung, die das Unternehmen nun im zwölften Jahr in Folge hält.
Auf der Seite der institutionellen Investoren gab es hingegen Bewegungen. Renaissance Technologies LLC reduzierte laut einer Pflichtmitteilung vom 13. August seine Position um fast 40 % und hält seither noch rund 49.800 Aktien. Das operative Geschäft zeigt sich indessen breit aufgestellt: Erst vor kurzem wurde ein Solar-Speicher-Projekt im Nahen Osten abgeschlossen, das unter Beteiligung der Vereinten Nationen eine Ladestation für Elektrobusse versorgt.
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