JetBlue hebt die Preise an und baut parallel sein Treueprogramm aus. Beides zielt auf dieselbe Stellschraube: mehr Ertrag je Passagier. Die Aktie hatte am Donnerstag allerdings deutlich Federn gelassen und schloss gut 9 Prozent tiefer bei 2,65 Dollar.
Teurere Tickets in teurem Umfeld
Die Fluggesellschaft hob am Mittwoch die veröffentlichten Inlandstarife um 10 Dollar pro Strecke an, wie JP Morgan mitteilte. Zuvor hatte United eine ähnliche Erhöhung angestoßen, Southwest zog nach. JetBlue reiht sich damit in eine Branchenstrategie ein.
Die US-Airlines setzen derzeit auf höhere Preise statt auf volle Maschinen. Der Grund ist der Treibstoff: Der Kerosinpreis an der US-Golfküste stieg von 2,43 Dollar je Gallone vor Kriegsbeginn im Februar auf zuletzt 4,63 Dollar. Delta und Southwest senkten ihre Gewinnprognosen, American rechnet für das Gesamtjahr mit einem Verlust.
Die Tarife in den USA lagen in den sieben Monaten bis September im Schnitt fast 23 Prozent über dem Vorjahr. Die Verbraucherpreise insgesamt legten nur um 3,6 Prozent zu. Die Konkurrenten betonen, die Nachfrage halte. Die Zahl der kontrollierten Passagiere an US-Flughäfen sank im Quartal allerdings um 2,9 Prozent.
Mehr Upgrades für Vielflieger
Zusätzlich erweitert JetBlue ab dem 1. Februar 2027 sein TrueBlue-Programm. Erstmals erhalten Mitglieder aller vier Mosaic-Stufen kostenlose Upgrades auf BlueFirst, die neue Inlandsklasse, sofern Plätze frei sind. Eine Begleitperson auf derselben Buchung ist ebenfalls berechtigt. Die günstigsten Tarife Main Base und EvenMore Base sind ausgenommen.
Besonders auf Inhaber der Premier-Kreditkarte zielen die Neuerungen. Wer Mosaic 3 oder 4 erreicht, kann einen Reisebegleiter-Vorteil von bis zu 500 beziehungsweise 1.500 Dollar als Gutschrift wählen. Hinzu kommen zusätzliche Punkte auf Einkäufe in Supermärkten und Restaurants.
Kartengebundene Programme gelten in der Branche als stabile Ertragsquelle. Wie stark sie JetBlue tatsächlich stützen, geht aus den Ankündigungen nicht hervor.
Kapazität als Prüfstein
Die eigentliche Probe steht 2027 an. Sechs große US-Gesellschaften planen im vierten Quartal ein Kapazitätswachstum von 3,0 Prozent im Inland, im ersten Quartal 2027 sind es 3,8 Prozent. Im dritten Quartal 2026 waren es nur 0,2 Prozent. Mehr Sitze könnten den Preisdruck wieder erhöhen.
Für JetBlue, dessen Aktie ohnehin im niedrigen einstelligen Dollarbereich notiert, hängt viel an der Preisdisziplin der Branche. American-Finanzchef Devon May hält die Ertragsgewinne für „sehr nachhaltig“. Ob JetBlues Tariferhöhung auch bei den übrigen Wettbewerbern greift, zeigt sich in den Buchungsdaten der kommenden Wochen.
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