Ein Zulieferer der Halbleiterindustrie mit einem Auftragsplus von über einem Drittel — das lässt Anleger aufhorchen. Jenoptik profitiert weiter vom KI-Boom, und die Zahlen zum zweiten Quartal fielen deutlich besser aus als erwartet.
Die Aktie legte im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate zeitweise fast sechs Prozent zu und erreichte mit 41,50 Euro ein Hoch seit Mitte Juli. Auslöser war ein Zahlenwerk, das die Erwartungen an mehreren Stellen übertraf.
Auftragseingänge übertreffen Prognosen deutlich
Der Umsatz des Jenaer Technologiekonzerns stieg im zweiten Quartal um 3 Prozent auf 262 Millionen Euro — moderat, aber nicht das eigentliche Highlight. Spannender war die operative Entwicklung: Das EBITDA kletterte um 28 Prozent auf 54,5 Millionen Euro, die Marge sprang von 16,7 auf 20,8 Prozent. Der Analystenkonsens hatte hier nur mit 18,6 Prozent gerechnet.
Noch deutlicher fiel der Ausschlag bei den Bestellungen aus. Mit 366,6 Millionen Euro zog Jenoptik gut ein Drittel mehr Aufträge an Land als im Vorjahresquartal. Ein Analyst von Jefferies bezifferte die Überraschung bei den Auftragseingängen auf 15 Prozent über den eigenen Erwartungen. Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 23 Millionen Euro — ein Plus von 43 Prozent.
Management um Dorfner hebt Zielspanne an
Als Zulieferer von Chipausrüstern wie ASML spürt Jenoptik die Investitionswelle der Halbleiterindustrie direkt in den Büchern. Das Management um den neuen Vorstandschef Dominic Dorfner reagierte prompt und schraubte den Ausblick für das laufende Jahr nach oben: Sowohl beim Umsatzwachstum als auch bei der EBITDA-Marge peilt der Konzern nun die obere Hälfte der bisherigen Prognosespannen an. Bislang hatte Jenoptik ein Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich sowie eine Marge zwischen 19,0 und 21,0 Prozent in Aussicht gestellt.
Als Treiber nannte das Unternehmen neben der stärkeren Auslastung im Halbleiterbereich auch die Kostensenkungen aus dem Vorjahr, die nun operativ durchschlagen. Die Kombination aus höherer Auslastung und schlankerer Kostenbasis erklärt, warum die Marge stärker stieg als der Umsatz selbst.
Mit dem kräftigen Auftragspolster aus dem zweiten Quartal hat Jenoptik bereits einen Teil der Basis für das zweite Halbjahr gelegt. Ob sich das Tempo bei den Bestellungen fortsetzt, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen — vor allem daran, wie sich die Investitionszyklen der großen Chiphersteller weiterentwickeln.
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