Ein Kursrutsch von 4,4 Prozent am vergangenen Dienstag – der Auslöser sitzt im Hypothekenmarkt. Die 30-jährige Baufinanzierung in den USA kletterte auf durchschnittlich 6,61 Prozent, den höchsten Stand seit einem Monat. Für Anbieter von Fenstern, Türen und Fassaden wie Jeld-WEN ist das ein Problem.
Steigende Zinsen bedeuten schlichtweg: weniger Käufer. Wer sich ein Haus nicht mehr leisten kann, bestellt auch keine neuen Bauelemente. Die Baukonjunktur leidet, und mit ihr die Materialhersteller. Das hat auch Jeld-WEN im ersten Quartal 2026 zu spüren bekommen.
Schwacher Start ins Jahr
Der Umsatz sank um knapp sieben Prozent auf 722,1 Millionen Dollar. Vor allem das Volumen brach ein – minus zehn Prozent. Bereinigt um Währungseffekte fiel das Minus sogar deutlicher aus. Unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 76,8 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal waren es allerdings 190,1 Millionen – damals belasteten allerdings Abschreibungen in Milliardenhöhe.
Die operative Marge bleibt unter Druck. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sackte von 21,9 auf 6,1 Millionen Dollar ab. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Konzern hebt Jahresziele an
Trotz der mauen Bilanz fürs erste Quartal: Das Management hat den Ausblick für 2026 nach oben geschraubt. Statt 2,95 bis 3,1 Milliarden Dollar Umsatz rechnet Jeld-Wen nun mit 3,05 bis 3,2 Milliarden Dollar. Begründung: günstige Währungseffekte in Höhe von rund 50 Millionen Dollar. Die Kernumsätze sollen im Gesamtjahr zwischen drei und sechs Prozent unter dem Vorjahr liegen.
Das bereinigte EBITDA bleibt unverändert bei 100 bis 150 Millionen Dollar eingeplant. Um das zu erreichen, will der Konzern kräftig sparen – bei gleichzeitigem Investitionsdruck, um den Service für Kunden zu verbessern.
Erholung in Sicht?
Aktuell notiert die Jeld-WEN Aktie bei 1,43 Euro. Das sind 5,85 Prozent mehr als am Donnerstag. Der RSI liegt bei 70,6, die Aktie ist damit kurzfristig überkauft. Bleibt abzuwarten, ob am 22. Mai die Erholung anhält oder die nächste Zinswelle die Baukonjunktur erneut belastet.
Der Markt honoriert immerhin den angehobenen Ausblick – ob das reicht, hängt von den Zinsentscheidungen der nächsten Wochen ab.
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