Rekordzahlen im Investmentbanking, Rekordzahlen im Aktienhandel – und trotzdem geht es mit der Aktie nachbörslich um bis zu 3,5 Prozent nach unten. Bei Jefferies zeigt sich im dritten Quartal ein Geschäft mit deutlich unterschiedlichem Tempo zwischen den Sparten.
Der Gewinn je Aktie lag bei 1,08 Dollar und übertraf die Erwartungen von 1,00 Dollar klar. Der Umsatz kletterte auf 2,22 Milliarden Dollar, neun Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg auf 260,6 Millionen Dollar, nach 224,0 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.
Beratung und Aktienhandel liefern, Anleihen und Fonds bremsen
Die Advisory-Sparte erzielte mit 818 Millionen Dollar einen Rekordwert, ein Plus von 25 Prozent. Die Equity-Sparte legte um 29 Prozent zu und markierte mit 626,2 Millionen Dollar ebenfalls einen Höchststand. Auch die Emission von Aktien lief rund: Hier stieg das Geschäft um 69 Prozent.
Auf der anderen Seite steht ein deutlich schwächeres Fixed-Income-Geschäft, das um 26 Prozent auf 176,0 Millionen Dollar einbrach. Die Debt-Underwriting-Erlöse fielen von 249,5 Millionen auf 177,1 Millionen Dollar. Am stärksten schmerzt der Rückgang im Asset Management: Die Erlöse fielen von 176,9 Millionen auf 85,6 Millionen Dollar – mehr als eine Halbierung, die auf schwächere Ergebnisse mehrerer Fondsstrategien zurückgeht.
Die Kompensationsquote stieg leicht auf 53,7 Prozent von 52,9 Prozent im Vorjahr. Das dürfte Anleger zusätzlich stören, schließlich frisst ein höherer Personalkostenanteil einen Teil der operativen Verbesserung wieder auf.
CEO Richard Handler und Präsident Brian Friedman verwiesen auf eine Kapitalrendite auf bereinigtes materielles Eigenkapital von 13,5 Prozent und betonten die Rekordergebnisse in Investment Banking und Equities als Kern des Quartals.
Parallel zu den Zahlen bestätigte Jefferies laufende Kapitalrückführungen an Aktionäre. Im Quartal kaufte das Unternehmen 1,3 Millionen eigene Aktien für 70 Millionen Dollar zurück, zu einem Durchschnittskurs von 52,34 Dollar. Der Vorstand beschloss zudem eine Quartalsdividende von 0,40 Dollar je Aktie, zahlbar am 25. November 2026.
Die Reaktion des Marktes zeigt, dass Anleger nicht nur auf die Rekordzahlen schauen, sondern genau auf die Bruchstellen im Geschäftsmodell. Wie sich Fixed Income und Asset Management in den kommenden Quartalen erholen, dürfte über die weitere Kursentwicklung mitentscheiden.
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