Jabil Aktie: Gute Zahlen, nervöse Anleger

Symbolbild, KI-generiert

Jabil übertraf im vierten Geschäftsquartal die Erwartungen; saisonale Schwäche und höhere Ausführungsrisiken belasteten die Anlegerstimmung.

Auf einen Blick:
  • Quartalsumsatz stieg um 29 Prozent
  • Bereinigter Gewinn je Aktie übertraf Prognosen
  • Management erwartet 2027 höhere Umsätze
  • KI-Sparte steigerte Quartalsumsatz um 56 Prozent

Ein sauberer Vorsprung bei Umsatz, Gewinn und Ausblick, und trotzdem greifen Anleger zu den Verkaufsknöpfen. Jabil zeigt heute, wie schnell hohe Erwartungen auch starke Zahlen entwerten können.

Der Elektronikfertiger legte für das vierte Geschäftsquartal einen Umsatz von 10,6 Milliarden Dollar vor, 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten mit rund 9,7 Milliarden gerechnet.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 4,40 Dollar, erwartet waren 4,06 Dollar. Die Aktie eröffnete mit einer Lücke von 318,84 auf 306,00 Dollar und gab zeitweise knapp 7 Prozent nach.

Der Ausblick enthält eine Bremse

Für das Geschäftsjahr 2027 peilt das Management einen Umsatz von 44,5 Milliarden Dollar an, ein Plus von 24 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 17,55 Dollar steigen. Beide Werte liegen über den Markterwartungen.

Allerdings kündigte das Management an, dass Umsatz und Marge stärker in der zweiten Jahreshälfte anfallen. Das zweite Quartal dürfte saisonal schwächer ausfallen. Hinzu kommt ein Ausbau der Fertigungsfläche um rund 4 Millionen Quadratfuß, vor allem in Südostasien, den USA, Mexiko und Indien.

Das Management verweist auf gebuchte Aufträge und zugesagte Kunden, dennoch steigt das Ausführungsrisiko. Auch die Lagerreichweite von 64 Tagen liegt über dem Zielkorridor von 55 bis 60 Tagen.

Die Bewertung spielt ebenfalls eine Rolle. Die Aktie ging mit einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis in die Zahlen, und der Kurs liegt gut 30 Prozent unter dem Rekordhoch von 428,93 Dollar. Die Indizes legten heute zu, die Abgaben sind also unternehmensspezifisch.

KI trägt das Wachstum

Treiber ist das Segment Intelligent Infrastructure. Es steuerte im Quartal 5,8 Milliarden Dollar Umsatz bei, 56 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für 2027 erwartet Jabil einen KI-bezogenen Umsatz von 22,1 Milliarden Dollar, ein Plus von 54 Prozent. Fünf Kunden sollen jeweils mehr als eine Milliarde Dollar beisteuern.

Die Kehrseite ist die Abhängigkeit vom Rechenzentrumsboom. Das Management sieht die Nachfrage weiter beschleunigt, etwa durch den Wechsel vom Modelltraining zu Inferenz-Anwendungen. Ein Nachlassen der Investitionen träfe Jabil aber spürbar.

Die Finanzlage gibt Rückhalt. Der bereinigte freie Cashflow erreichte im Geschäftsjahr 1,5 Milliarden Dollar, die Liquidität liegt bei 6,1 Milliarden Dollar. Im Juli genehmigte der Verwaltungsrat ein neues Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Dollar.

Für das erste Quartal 2027 stellt Jabil einen Umsatz von 10,6 bis 11,4 Milliarden Dollar in Aussicht, der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 3,80 und 4,20 Dollar liegen. Die Spanne markiert den Maßstab, an dem sich der Kurs in den kommenden Wochen messen lassen muss.

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