Die Spitze von ITM Power setzt weiter auf die eigene Aktie. Am Freitag wurde bekannt, dass Vorstandschef Dennis Schulz, Technikvorstand Simon Bourne und Finanzchefin Amy Grey im Rahmen des Buy-as-You-Earn-Programms neue Anteile erworben haben.
Schulz und Bourne erhielten jeweils 136 sogenannte Partnership Shares, die um weitere 136 Matching Shares aufgestockt wurden – macht 272 Aktien pro Person. Grey sicherte sich 814 Aktien, die drei Monate an Beitragszahlungen widerspiegeln.
Mitarbeiterbeteiligung statt spektakulärem Insiderkauf
Anders als ein klassischer, frei entschiedener Insiderkauf handelt es sich um eine strukturierte Mitarbeiterbeteiligung, bei der Gehaltsbestandteile regelmäßig in Aktien umgewandelt werden.
Dennoch sendet die wiederholte Teilnahme des kompletten Führungstrios ein Signal: Management und Belegschaft bauen ihr Engagement am Unternehmen kontinuierlich aus, statt bei schwächeren Kursphasen auszusteigen. Solche planmäßigen Zukäufe ersetzen keine fundamentale Neubewertung, werden von Anlegern aber häufig als Vertrauensbeweis gelesen.
Der Zeitpunkt fällt in eine Phase, in der die Aktie operativ Fortschritte macht, aber charttechnisch noch keine klare Richtung gefunden hat. Vor gut drei Wochen hatte ITM Power gemeinsam mit RWE und Evonik einen wichtigen Meilenstein erreicht: Aus der Lingener Elektrolyseanlage von RWE floss erstmals grüner Wasserstoff über eine rund 120 Kilometer lange Pipeline zum Chemiepark von Evonik in Marl. Seither hat sich der Kurs kaum bewegt, ein Plus von etwa einem Prozent steht zu Buche.
Kurs verharrt trotz operativer Fortschritte
Am Freitag schloss die Aktie bei 1,25 Euro, ein Tagesplus von 1,1 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein leichtes Minus von 1,7 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass weder die Aktienkäufe der Führungsriege noch die Wasserstofflieferung nach Marl bislang für nachhaltigen Schwung gesorgt haben. Anleger scheinen die Nachrichten eher als Bestätigung des eingeschlagenen Weges denn als kursbewegenden Katalysator einzuordnen.
Für die langfristige Einordnung bleibt entscheidend, dass ITM Power und Linde Engineering RWE mit zwei PEM-Elektrolyseanlagen zu je 100 Megawatt ausstatten und die Anlage in Lingen schrittweise auf eine gemeinsame Kapazität von 200 Megawatt ausgebaut wird. Diese industrielle Wasserstoff-Wertschöpfungskette gilt als eine der ersten ihrer Art in Europa, die Produktion, Transport und industrielle Abnahme in großem Maßstab verbindet.
Die jüngsten Aktienkäufe des Managements ändern an dieser strategischen Ausgangslage nichts, unterstreichen aber die Überzeugung der Unternehmensspitze, dass sich das eingeschlagene Geschäftsmodell langfristig auszahlt. Für Anleger bleibt die Kombination aus operativem Fortschritt in Lingen und kontinuierlicher Insiderbeteiligung ein Beobachtungspunkt – eine unmittelbare Neubewertung der Aktie hat der Markt daraus bislang jedoch nicht abgeleitet.
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