ITM Power Aktie: Warren East kauft 172.000 Aktien

Trotz Aktienkäufen eines Direktors fällt der Kurs von ITM Power weiter. Der Elektrolyseur-Hersteller wartet auf Fördergelder und treibt die Serienproduktion voran.

Auf einen Blick:
  • Direktor Warren East kauft Aktien
  • Kurs fällt trotz Vertrauenssignal
  • Förderpaket von 86,5 Mio. Pfund in Prüfung
  • Rekordumsatz von 18 Mio. Pfund erzielt

Ein Direktor kauft Aktien im Wert von mehreren hunderttausend Pfund. Der Kurs sackt trotzdem weiter ab. Bei ITM Power klaffen Vertrauenssignal und Marktreaktion gerade auseinander.

Die Aktie des Elektrolyseur-Herstellers aus Sheffield schloss am Mittwoch bei 1,36 Euro. Das sind 47,17 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 2,58 Euro, das der Titel erst am 29. Mai erreicht hatte. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 10,75 Prozent zu Buche, binnen sieben Tagen ging es um 5,87 Prozent runter.

Insider kaufen nach

Die Londoner Börse registrierte am Mittwoch, den 8. Juli, eine neue Meldung zu Director-Beteiligungen bei ITM Power. Sie folgt kurz auf einen deutlichen Kauf: Der nicht-geschäftsführende Direktor Warren East hatte am 4. Juli 172.000 Aktien erworben.

Marktbeobachter werten wiederholte Insiderkäufe häufig als Vertrauenssignal des Managements in die langfristige Strategie. Das gilt besonders in einer Phase, in der ITM Power den Sprung von der reinen Forschungsfirma zum Serienfertiger vollziehen will.

Charttechnik zeigt Abkühlung

Nach dem steilen Anstieg zu Jahresbeginn befindet sich die Aktie nun in einer technischen Korrektur. Der RSI liegt bei 42,1 — ein neutraler Wert, der weder Überkauft- noch Überverkauft-Signale liefert. Der aktuelle Kurs notiert 21,47 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,73 Euro, bleibt aber deutlich über dem 200-Tage-Schnitt von 1,07 Euro.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 107,31 Prozent. Das unterstreicht das hohe Risiko, das Anleger im Wasserstoff-Technologiesegment eingehen. Trotz der jüngsten Schwäche steht seit Jahresbeginn ein Plus von 87,73 Prozent zu Buche.

Fördergelder hängen in der Prüfung

Im Zentrum der operativen Story steht das „Giga PtX“-Projekt zur Produktion synthetischer Kraftstoffe für Verteidigung und Industrie. Die Partnerschaft mit Rheinmetall bleibt dabei ein zentraler Baustein jüngster Analysteneinschätzungen. Die Bank Berenberg hob ihr Kursziel für ITM Power kürzlich auf 200 Pence an, umgerechnet rund 2,35 Euro, und verwies dabei auf die Erschließung neuer Endmärkte als Wachstumstreiber.

Parallel beobachtet der Markt ein Förderpaket aus Eigenkapital und Zuschüssen im Volumen von 86,5 Millionen Pfund. Davon sind bereits 40 Millionen Pfund von Great British Energy gesichert. Ein weiterer Zuschuss der britischen Regierung über 46,5 Millionen Pfund braucht noch die regulatorische Freigabe.

Die zuständige Subsidy Advice Unit der britischen Wettbewerbsbehörde CMA prüft das Paket nach aktuellem Stand noch. Diese Entscheidung ist wichtig für die finale Investitionsfreigabe der automatisierten „Chronos“-Produktionslinie in Sheffield.

Operativ liefert ITM Power bereits Fortschritte: Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres meldete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund, den höchsten der Firmengeschichte. Der Auftragsbestand wuchs zum Ende der vorherigen Berichtsperiode auf 152 Millionen Pfund, mit einem laut Management steigenden Anteil profitabler Verträge.

Die Entscheidung der CMA über das Fördervolumen dürfte zum nächsten wichtigen Datum für die Aktie werden. Bis dahin bleibt der Titel zwischen operativen Fortschritten und regulatorischer Unsicherheit gefangen.

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