Peel Hunt hat am Donnerstag das Kursziel für ITM Power von 92p auf 88p gesenkt. Nach einem Reuters-Bericht steht für die Analysten im Geschäftsjahr 2027 weniger die Nachfrage als die Umsetzung und Umwandlung von Aufträgen im Vordergrund. Für Anleger verschiebt sich der Prüfstein damit auf die Frage, wie zuverlässig ITM Power seine Projektpipeline in Geschäft überführt.
Analysten richten den Blick auf Umsetzung
Als wesentliches Risiko nannte Peel Hunt langsamere Wasserstoff-Projektabläufe als erwartet. Die Einschätzung unterscheidet zwischen Nachfrage und deren wirtschaftlicher Realisierung: Interesse an Projekten allein beantwortet noch nicht die Frage, wann daraus Geschäft entsteht.
Reuters berichtete am Donnerstag im Zusammenhang mit der Kurszielsenkung über nachgebende Aktien. Am Freitag verlor das Papier weitere 3,8%. Diese Tagesbewegung ist jedoch von der zuvor berichteten Reaktion auf die Analystenentscheidung zu unterscheiden.
Für die Bewertung zählt damit nicht allein die Größe angekündigter Vorhaben. Entscheidend wird aus Sicht der Analysten deren Umsetzung. Ein Beispiel für den noch bedingten Projektstatus liefert die Eckpunktevereinbarung der Tochter Hydropulse mit einer europäischen Ölraffinerie von vor rund zwei Wochen.
Das geplante Wasserstoffprojekt soll eine Leistung von 150 MW haben und die Alpha-Plattform von ITM Power nutzen. Vorgesehen ist eine zehnjährige Vereinbarung. Die endgültige Investitionsentscheidung wird für 2027 angestrebt.
Eine gemeinsame technische Vorplanungsstudie läuft bereits. Die Eckpunktevereinbarung ist damit ein Projektfortschritt, aber noch keine abgeschlossene Investitionsentscheidung. Gerade diese Unterscheidung macht die von Peel Hunt betonte Umsetzungsfrage für Anleger relevant.
Auftragsbestand und Liquidität als Prüfsteine
ITM Power bezifferte den vertraglichen Auftragsbestand auf 144,0 Millionen Pfund. Nach Unternehmensangaben waren davon 83% profitabel. Das liefert einen konkreteren Anhaltspunkt für die operative Basis als die bloße Ankündigung neuer Vorhaben.
Der Bestand beantwortet allerdings nicht allein die Frage nach dem Tempo der Umsetzung. Die vorläufigen Jahreszahlen verdeutlichen, weshalb neben dem Auftragsvolumen auch Ergebnis und Liquidität im Blick bleiben müssen.
Für das Geschäftsjahr 2026 meldete ITM Power einen Umsatz von 43,6 Millionen Pfund und einen bereinigten EBITDA-Verlust von 20,2 Millionen Pfund.
Der Ausblick auf das folgende Geschäftsjahr verbindet höhere Erlöse mit einem weiterhin negativen operativen Ergebnis. Wachstum und der Weg zu geringeren Verlusten müssen somit parallel gelingen.
Zum Geschäftsjahresende verfügte ITM Power über 215,6 Millionen Pfund liquide Mittel. Für das Folgejahr stellte das Unternehmen einen Bestand von 170 bis 180 Millionen Pfund in Aussicht.
Die Kurszielsenkung rückt deshalb einen klaren Maßstab in den Vordergrund: Nicht jede Projektmeldung hat dasselbe wirtschaftliche Gewicht. Für ITM Power kommt es darauf an, aus vereinbarten Eckpunkten belastbare Entscheidungen und aus bestehenden Aufträgen realisiertes Geschäft zu machen.
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