ITM Power hat am Mittwoch die Unverfallbarkeit früher gewährter langfristiger Vergütungsoptionen für seine Führungskräfte gemeldet. Für Anleger liegt der wirtschaftliche Prüfstein jedoch im Geschäftsausblick: Das Unternehmen erwartet steigende Umsätze und einen geringeren bereinigten operativen Verlust, zugleich aber einen niedrigeren Kassenbestand.
Optionen für die Unternehmensführung
Die Mitteilung betrifft insgesamt 431.157 Optionen aus dem langfristigen Vergütungsprogramm. Davon entfallen 298.494 auf CEO Dennis Schulz und 132.663 auf CTO Simon Bourne. Der Ausübungspreis beträgt £0,05 je Aktie. Es handelt sich um bereits früher gewährte Ansprüche.
Davon zu unterscheiden sind die am 22. Oktober gemeldeten Transaktionen von Schulz. Er übte Optionen aus und verkaufte einen Teil der Aktien zur Begleichung von Steuerverbindlichkeiten. Nach diesen Transaktionen hielt er 517.894 Aktien. Der ausdrücklich genannte Steuerzweck ist für die Einordnung des Verkaufs wichtig.
Die Vergütungsmeldung betrifft somit die Beteiligung der Führungskräfte. Für die Beurteilung der operativen Entwicklung liefern dagegen die vorläufigen Jahreszahlen und die Erwartungen des Unternehmens die entscheidenden Größen.
Mehr Umsatz, weiterhin Verluste
Für das Geschäftsjahr 2026 meldete ITM Power am 19. Oktober einen Umsatz von £43,6 Millionen. Der bereinigte EBITDA-Verlust belief sich auf £20,2 Millionen.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet ITM Power Umsätze zwischen £50 Millionen und £60 Millionen. Der bereinigte EBITDA-Verlust soll zwischen £17 Millionen und £20 Millionen liegen. Die Prognose stellt damit Wachstum bei zugleich geringeren Verlusten in Aussicht, kündigt aber keine Rückkehr zu einem positiven bereinigten EBITDA an.
Der gemeldete Auftragsbestand betrug £144,0 Millionen. Nach Unternehmensangaben waren davon 83 Prozent profitabel. Entscheidend ist dabei nicht nur das Volumen der Aufträge, sondern auch ihre Wirtschaftlichkeit als Prüfmaßstab für die Umsetzung des Ausblicks.
Liquidität bleibt ein wichtiger Prüfstein
Zum Ende des Geschäftsjahres 2026 verfügte ITM Power über liquide Mittel von £215,6 Millionen. Für das folgende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Kassenbestand zwischen £170 Millionen und £180 Millionen.
Damit stehen die erwarteten operativen Fortschritte einem prognostizierten Rückgang der Liquidität gegenüber. Umsatzwachstum allein beantwortet deshalb noch nicht die Frage, wie nachhaltig sich die finanzielle Lage verbessert.
Auch die zeitliche Umsetzung der Projekte bleibt relevant. Das Analysehaus Peel Hunt beschrieb das Geschäftsjahr 2027 eher als Jahr der Umsetzung und Auftragskonvertierung denn als Nachfragejahr. Als Hauptrisiko nannte es langsamere Wasserstoffprojekt-Zeitpläne als erwartet.
Für Anleger rücken die Realisierung des Auftragsbestands und die Einhaltung der Verlust- und Liquiditätsprognose in den Mittelpunkt. Die unverfallbar gewordenen Vergütungsoptionen sind davon getrennt zu bewerten.
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