Die Aktie von ITM Power verzeichnet heute einen spürbaren Rückgang von 6,7 Prozent auf 1,05 Euro. Für die Verkaufsbereitschaft am Markt liegt keine unternehmensspezifische Meldung vor, die den Schritt unmittelbar begründet. Die Bewegung fällt in eine Phase, in der das britische Wasserstoffunternehmen zentrale Weichenstellungen für die kommenden Wochen und Jahre vorbereitet.
Anstehende Zahlen und angehobene Prognose
Am kommenden Montag, den 19. Oktober 2026, wird ITM Power die vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr vorlegen, das am 30. April 2026 endete. Vor gut einer Woche passte das Management die Erwartungen für diesen Berichtszeitraum an: Der bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll voraussichtlich zwischen 20 und 21 Millionen Pfund liegen. Dies bedeutet eine Verbesserung um 27 Prozent gegenüber der vorherigen Zielmarke und um 38 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Vorgaben für den Umsatz und die Barmittelposition blieben dabei unverändert.
Am 30. Oktober 2026 steht zudem die diesjährige Hauptversammlung an. Der vollständige Geschäftsbericht wird auf diesem Treffen allerdings noch nicht vorgelegt, sondern den Aktionären auf einer späteren Versammlung unterbreitet.
Abseits der bilanziellen Entwicklung gab es Anfang des Monats eine administrative Notiz: Der Treuhänder von Finanzchefin Amy Grey veräußerte am 1. Oktober 111 Aktien zu je 1,0053 Pfund, um Kontoführungsgebühren zu begleichen. Nach Unternehmensangaben geschah dies ohne Wissen oder Anweisung der Managerin.
Großprojekt in der Raffineriebranche anvisiert
Operativ meldete ITM Power am Montag einen Fortschritt bei Großanlagen. Die Tochtergesellschaft Hydropulse unterzeichnete eine Grundsatzvereinbarung mit einer europäischen Ölraffinerie. Geplant ist ein Vorhaben zur Produktion von grünem Wasserstoff mit einer Leistung von 150 Megawatt auf Basis der Alpha-Elektrolyseurplattform des Konzerns, eingebettet in eine vorgesehene Laufzeit von zehn Jahren.
Die Vorplanungsstudien (FEED) für das Vorhaben laufen bereits. Allerdings stellen die vereinbarten Eckpunkte noch keinen endgültigen Liefer- oder Bauvertrag dar. Eine finale Investitionsentscheidung wird für 2027 angestrebt, während die eigentliche Wasserstoffproduktion im Jahr 2029 starten soll.
Zurückhaltung bei Marktbeobachtern
Trotz der jüngsten Projektmeldung mahnen Analysten zur Geduld. Das Analysehaus Peel Hunt bekräftigte eine Halteempfehlung mit einem Kursziel von 92 Pence. Als Begründung führten die Experten Verzögerungen bei großen Wasserstoffvorhaben im gesamten Sektor an.
Mit dem heutigen Kursabschlag notiert das Papier unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,20 Euro. Marktteilnehmer richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den 19. Oktober, an dem die detaillierten Kennzahlen zeigen müssen, inwieweit die verbesserte operative Kostenbasis im Zahlenwerk verankert ist.
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