Der britische Elektrolyse-Spezialist ITM Power hat einen entscheidenden Fortschritt bei der Kommerzialisierung seiner Technologie erzielt. Mit der erfolgreichen Produktion und dem Transport des ersten grünen Wasserstoffs aus dem Referenzprojekt in Lingen wurde eine der ersten vollständig operativen industriellen Wertschöpfungsketten für Wasserstoff in Europa demonstriert. Diese Entwicklung bestätigt die Skalierbarkeit der PEM-Elektrolyse-Lösungen des Unternehmens unter Realbedingungen.
Erster kommerzieller Wasserstoff aus Lingen
Am vergangenen Dienstag meldete ITM Power, dass im Wasserstoff-Erzeugungsstandort von RWE in Lingen erstmals grüner Wasserstoff produziert und erfolgreich über eine 120 Kilometer lange Pipeline abtransportiert wurde. Ziel des Transports ist der Chemiepark von Evonik in Marl. Dieser Erfolg markiert einen operativen Durchbruch für das Projekt „GET H2 Nukleus“, das die Integration von großskaliger Wasserstoffproduktion, Fernleitungstransport und industrieller Abnahme zum Ziel hat.
Für ITM Power ist dieser Schritt von zentraler Bedeutung, da er die Leistungsfähigkeit der eigenen Technologie in einem komplexen industriellen Umfeld unter Beweis stellt. Der Transport über das bestehende Leitungsnetz zeigt zudem, dass die technische Anbindung von Erzeugungsanlagen an weit entfernte industrielle Abnehmer praktikabel ist. Das Unternehmen unterstreicht damit seine Rolle als wichtiger Ausrüster für die europäische Wasserstoffstrategie.
Großprojekt mit 200 Megawatt Kapazität
Das Vorhaben in Lingen ist als Gemeinschaftsprojekt angelegt. ITM Power liefert zusammen mit dem Partner Linde Engineering zwei PEM-Elektrolyseanlagen mit einer Leistung von jeweils 100 Megawatt an RWE. Unternehmensangaben zufolge schreitet das Projekt planmäßig voran und zielt auf einen vollständigen kommerziellen Betrieb mit einer Gesamtkapazität von 200 Megawatt ab.
Die Zusammenarbeit mit Linde Engineering bei der Errichtung dieser Großanlagen gilt als Referenzmodell für künftige Projekte in ähnlicher Größenordnung. Durch die schrittweise Inbetriebnahme und die nun erfolgte erste Einspeisung in das Pipelinenetz demonstriert ITM Power die Zuverlässigkeit seiner Elektrolyseure im Dauerbetrieb. Die technische Validierung dieser Anlagenklasse ist für den Konzern eine Grundvoraussetzung, um weitere Großaufträge im internationalen Wettbewerb zu sichern.
Fokus auf bevorstehende Geschäftszahlen
An der Börse wird der operative Fortschritt positiv aufgenommen. Am heutigen Montag notiert die Aktie von ITM Power bei 1,31 € und verzeichnet damit ein Plus von 1,63 %. Das Papier gehört im laufenden Jahr zu den Outperformern im Sektor der erneuerbaren Energien und konnte seit Jahresanfang bereits um 81,48 % zulegen. Anleger honorieren damit offenbar die Fortschritte bei der Projektabwicklung und die zunehmende industrielle Reife des Geschäftsmodells.
Die Marktteilnehmer richten ihren Blick nun auf den kommenden Donnerstag, den 13. August. Für diesen Tag ist die Veröffentlichung des nächsten Ergebnisberichts geplant. Nach der operativen Erfolgsmeldung aus Lingen wird mit Spannung erwartet, wie sich die finanzielle Lage und der Auftragsbestand des Unternehmens entwickelt haben. Die kommenden Zahlen dürften Aufschluss darüber geben, ob sich die technischen Erfolge bereits in einer verbesserten Profitabilität niederschlagen oder ob die hohen Investitionen in den Kapazitätsausbau weiterhin das Ergebnis belasten.
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